Storytelling und Fashion-Fotografie mit einem Tele-Zoom-Objektiv © Jean Noir

Storytelling und Fashion-Fotografie mit einem Tele-Zoom-Objektiv

Das 70-200mm F2,8 DG DN OS | Sports als Immerdrauf-Objektiv

Anfang des Jahres hatte ich die Chance, mit dem neuen SIGMA 70-200mm F2,8 DG DN OS | Sports zu arbeiten. Aktuell arbeite ich vorwiegend mit kleineren Brennweiten von 35mm oder 24mm, die klein und kompakt sind und szenischere Bilder und weitere Blickwinkel ermöglichen. Da ich nur noch selten mit Tele-Zoom-Objektiven arbeite, war es für mich eine gewisse Herausforderung, meine jetzige Arbeitsweise umzusetzen oder vielmehr zu erweitern. Ich musste umdenken, mich weiter von der Szene und dem Menschen vor meiner Kamera entfernen und meinen Blickwinkel ändern.

Besonders interessant war dabei für mich die Möglichkeit, Storytelling und Fashion-Fotografie miteinander zu verbinden – zwei Elemente, die meine Fotografie stark beeinflussen.

Mein fotografischer Ursprung liegt in der Fashion-Fotografie. Es geht um perfekt inszenierte Momentaufnahmen, in denen Model, Kleidung, Make-up, Licht und Location perfekt aufeinander abgestimmt sind. Das Ziel ist das eine perfekte Bild, an dem ich im Anschluss lange arbeite, Looks kreiere und retuschiere.

Auch das lässt sich mit dem neuen 70-200mm perfekt umsetzen. Der Fokus liegt auf dem Motiv, die Aufnahmen sind gestochen scharf und eignen sich hervorragend für Close-ups. Hier habe ich mich auch bewusst für eine geringe Retusche entschieden, da bei diesem Bild die Komposition aus Licht, Farben und Look im Vordergrund steht.

Im Laufe der Jahre hat sich meine Fotografie weiterentwickelt, und damit auch die Botschaft, die ich mit meinen Bildern vermitteln möchte. Der Mensch und seine Geschichte stehen nun im Mittelpunkt. Daher betrachte ich Bilder gerne in Reihen, die eine kleine Geschichte erzählen und dem Betrachter Raum für Interpretation lassen. Emotionen sind ein wichtiger Bestandteil meiner Fotografie, insbesondere im Editorial-Bereich. Sie spielen eine entscheidende Rolle dabei, wie ich meine Bilder zur Interpretation darbiete. Für mich war es spannend, wieder mehr aus der Ferne (150 – 200mm) zu beobachten, Emotionen einzufangen und Momente authentisch festzuhalten, ohne die Intimität zu beeinträchtigen. Die Bilder am Strand mit den Möwen sind aus der Ferne fotografiert, frei, ohne Anweisung und aus der Bewegung heraus. Hier wäre es für mich unpassend gewesen, die Bilder zu bearbeiten. Sie sprechen für sich und sind durch ihre „Unperfektheit“ umso faszinierender.

Das 70-200mm Objektiv mit seinem schnellen Autofokus, den starken Kontrasten und den intensiven Farben bietet die perfekte Grundlage, um kreative Ideen umzusetzen und dem Menschen vor der Kamera die Freiheit zu geben, seine eigene Geschichte zu erzählen. Die Kombination aus Emotion und Inszenierung kann wirklich kraftvolle Bilder erzeugen, die nicht nur ästhetisch ansprechend sind, sondern auch Raum für Interpretation lassen.

Zusammenfassend scheint das 70-200mm Objektiv eine äußerst vielseitige und effektive „Immer-drauf“-Linse zu sein, die vielfältige Perspektiven und Bildausschnitte ermöglicht. Egal, ob man aus der Ferne beobachtet und eine Szene aus einem anderen Blickwinkel einfängt oder sich für Close-ups entscheidet, um Emotionen und Details hervorzuheben – das Objektiv bietet Flexibilität, sowohl für Aufnahmen aus der Nähe als auch aus der Entfernung.

Verwendetes Objektiv: SIGMA 70-200mm F2,8 DG DN OS | Sports

Der Autor

 
Jean Noir
Peoplefotograf

In Zeiten von ›Höher, Schneller, Weiter‹, dem fotografischen Massenmarkt und Social Media ist es nicht immer einfach, sich selbst und seinem Stil treu zu bleiben – oder diesen überhaupt zu finden. Die Versuchung ist groß, das zu fotografieren, was die breite Masse erwartet. Seine eigenen Gefühle und Antriebe stellt man, bewusst oder unbewusst, meist nur noch in den Hintergrund: Perfektionismus und Schönheit dominieren – den Spiegel des Realen in den Schrank stellend und dem Mainstream folgend. Doch die Fotografie bietet viel mehr! Jean Noirs Vorträge bieten die Chance, genau dies zu entdecken. Er lässt Sie eintauchen in eine besondere Art zu arbeiten. Das Ziel besteht darin, Momente zu schaffen, die bewusst unperfekt sind, aber die Ewigkeit in Pixel einzufrieren vermögen.

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