Wenn der Schnee auf sich warten lässt… © Katharina Wildenhof

Wenn der Schnee auf sich warten lässt…

Der warme Start ins neue Jahr 2022 war für uns in Bayern etwas anders als sonst. Hier in Berchtesgaden gab es Temperaturen mit fast bis zu 15 Grad, zudem durften wir die Jahre zuvor Weihnachten mit Regen verbringen. Hallo Klimawandel.

Eine Freundin und ich beschlossen somit der Hitze zu entfliehen, der Jahreszeit gerecht zu werden und einen Ausflug zur wunderschönen Eiskapelle am Königssee zu machen. Um diese zu erreichen muss man zunächst mit dem Schiff über den Königssee bis zur Halbinsel St. Bartholomä fahren. Wir starteten mit dem ersten Boot um 09:45 Uhr. Morgens war an der Seelände noch alles gefroren und man musste aufpassen, dass man am Weg zum Ticketverkauf nicht auf dem glatten Eis ausrutschte. Mit im Kamerarucksack waren heute dicke Handschuhe, ein paar Handschuhwärmer, eine Mütze und wasserdichte Bergschuhe.

SIGMA 24-70mm F2,8 DG DN | Art – 1/1.600s – F3,5 – ISO: 200 – SIGMA fp L

20 € für die Hin- und Rückfahrt und schon saßen wir in einem der elektrisch betriebenen Holzboote. Einer der Schiffsführer erzählte uns von der Tiefe des Sees (190m), dass dieser das letzte Mal 2006 komplett zugefroren war und Pilger bis nach St. Bartholomä zu Fuß gehen konnten, und über die schlafende Hexe, ein Gebirgsmassiv das man zwischen der Stadt Bad Reichenhall und Berchtesgaden erblicken kann. Man sieht eindeutig die Stirn, die markante Nase und den Busen.

Mit im Gepäck hatte ich meine SIGMA fp L, ein SIGMA 24-70mm F2,8 DG DN | Art und ein SIGMA 35mm F1,4 DG DN | Art Objektiv.

Ich liebe es mit den Schärfe- und Unschärfebereichen zu experimentieren. Hierbei setze ich beispielsweise das Eis, welches am Boden liegt, Felsformationen oder Schnee in den Vordergrund. Das kann man besonders gut an dem Bild erkennen als ich die Höhle aus dem Inneren fotografiert habe oder als ich das Boot im Vordergrund hatte. Objektive mit einer großen Blendenöffnung sind hierfür besonders geeignet, da hier die Unschärfebereiche noch weicher und cremiger sind. Je offener (z.B. 1,4) man die Blende einstellt, desto verschwommener ist der Bereich der nicht fokussiert wird und am weitesten vom Fokuspunkt entfernt ist. Es kann auch oft neue Perspektiven hervorbringen, indem man den Vordergrund scharf stellt und den Hintergrund verschwimmen lässt. Hier kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen. Hauptsache man hat Spaß beim Fotografieren.

Besonders begeistert hat uns das Trompetenspiel von unserem Bootsfahrer. Wir schoben alle Fenster auf einer Seite des Bootes auf und alle Passagiere waren still. Er spielte immer eine kurze Strophe und die gleiche Strophe kam über ein Echo zu uns zurück. Diese Stille in der Natur und zudem das Trompetenspiel verschafften mir eine Gänsehaut. Das war ein unglaublich magischer Moment.

Im Anschluss erreichten wir unsere finale Anlegestelle „St. Bartholomä“ mit der unglaublich schönen Kirche, die man aus der Ferne sehen konnte. Uns erwartete nun ein Anstieg von ca. 250 hm und 3,5 km. Zunächst ging es für uns ein paar Meter auf gerader Fläche durch einen Wald bis wir über eine Holzbrücke gingen und den Serpentinen durch den Wald folgten. Der Weg ist sehr gut ausgeschildert und leicht zu finden. Am Ende der Serpentinen hörten wir schon den rauschenden Fluss, der sich durch das Schmelzwasser des Eises/Schnees am Berg gebildet hatte. Wir überquerten diesen über die Steine und liefen entlang des Flusses in Richtung Eiskapelle, die wir schon von der Weite erblickten. Der Weg ist mit Vorsicht zu genießen somit ist Trittsicherheit gefragt.

Achtung!

Bei einer Wanderung oder einer Bergtour ist es immer wichtig, dass ihr euch davor entsprechend vorbereitet. Ich bin in den Bergen aufgewachsen und mache das automatisch wenn ich mich auf einen Berg bewege oder eine Wanderung mache. Die wichtigsten Punkte hierbei: Wetterbericht gegebenenfalls Lawinenlagebericht prüfen, passende Kleidung und Ausrüstung anziehen/einpacken, kleines Erste Hilfe Kit und ausreichend Wasser und Essen einpacken.

Angekommen an unserem Zielort mussten wir einen Moment innehalten, da der Anblick der Eiskapelle unglaublich schön ist. Ein riesiges Eisfeld sammelte sich vor der Watzmann-Ostwand und bildete eine Eishöhle. Dieses besteht schon seit Jahren aufgrund der vielen Schneemassen, die im Winter und Frühjahr in Form von Lawinen den Schnee zu einer Höhle bildeten. Die Wände bildeten durch die Schmelzvorgänge charakteristische Eisformen, die sich je nach Jahreszeit ständig in der Form und Gestalt veränderten.

Wir genossen den Moment und um die wunderschönen Formationen festzuhalten zückte ich meine SIGMA fp L, die übrigens ein super leichter Bergbegleiter ist. Derzeit fotografiere ich ausschließlich über den Bildschirm, da ich den elektronischen Sucher bisher noch nicht besitze. Ich muss sagen, dass man sich auf jeden Fall erstmal dran gewöhnen muss, aber es dann sehr viel Spaß macht mit der Kamera zu experimentieren.

Die Blende habe ich auf F1,4 gestellt und die Verschlusszeit etwas verkürzt um meine etwas wackligen Hände auszugleichen. Die Blende habe ich bewusst ganz geöffnet um die geringere Schärfentiefe wirkungsvoll einzusetzen und bestimmte Elemente des Bildes in der Unschärfe verschwinden zu lassen. Den ISO-Wert versuche ich immer so niedrig wie möglich zu halten, um das Rauschen der Kamera zu reduzieren. Lichtstarke Objektive wie das SIGMA 35mm F1,4 DG DN | Art haben hier den Vorteil, dass sie das vorhandene Licht sehr gut ausnutzen können und man so die Situationen, auch bei schlechterem Licht, detailreich festhalten kann.

Nach unserem Abstieg zurück zur Seelände fuhren wir wieder mit der Schifffahrt Königssee in Richtung Anlegestelle Schönau am Königssee. Etwas nass aber dennoch glücklich über unseren kleinen Ausflug in die Kälte. Ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Einblick in meine Arbeit gewähren.

Eingesetzte Objektive:

 
Katharina Wildenhof
Landschaftsfotografin

Mein Name ist Katharina Wildenhof, ich bin 28 Jahre alt und im schönen Berchtesgaden aufgewachsen. Für mich ist es die schönste Stadt in Bayern, mit dem schönsten Berg Watzmann und dem Königssee, der aussieht wie ein See aus Norwegen.

Ich liebe es zu reisen, die Landschaften zu genießen, neue Kulturen kennenzulernen und vor allem neue Berge zu besteigen. Die Natur zu genießen ist für mich eine tiefe Meditation, hier finde ich immer meine innere Ruhe.

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