Durch Perspektivwechsel raus aus der monotonen Automotivefotografie

Durch Perspektivwechsel aus der monotonen Automotivefotografie © Jan Götze

Fotografieren bedeutet ausprobieren und genau darum geht es bei Detailshots. Seit vielen Jahren fotografiere ich Autos aller Marken und Baujahre und konnte mich schon früh für Detailaufnahmen begeistern. Damit diese gelingen benötigt der Fotograf viel Kreativität und ein geeignetes Objektiv!

Durch Perspektivwechsel aus der monotonen Automotivefotografie © Jan GötzeEin Großteil der hier gezeigten Fotos sind mit der Kombination Sony A7R III und dem SIGMA 24-70mm F2,8 DG DN | Art entstanden. Das 24-70mm hat sich schnell zu meinem Immerdrauf-Objektiv entwickelt, da es eine große Bandbreite an Einsatzzwecken abdeckt. Von Rollingshots bis hin zu Detailaufnahmen überzeugt mich neben der hervorragenden Verarbeitungsqualität vor allem die Lichtstärke. Speziell bei feinen Details im In- oder Exterieur kommt das tolle Bokeh des 2,8er perfekt zur Geltung. Teilweise lohnt es sich jedoch auf F4,0 oder F5,6 abzublenden, um eine größere Tiefenschärfe zu erhalten.

Durch Perspektivwechsel aus der monotonen Automotivefotografie © Jan Götze

Durch Perspektivwechsel aus der monotonen Automotivefotografie © Jan GötzeDer größte und womöglich auch einzige Fehler bei Detailshots ist Monotonie. Mich persönlich langweilt es wieder und wieder Fotos von Markenemblemen, Felgen oder Schriftzügen zu sehen. Versteht mich nicht falsch, auch ich habe schon oft genau diese Details fotografiert und mache es heute noch, doch das besondere an Autos ist die schier unendliche Auswahl an Details. Es gibt so viel mehr Bauteile als Felgen, Spoiler und Lenkräder und das Beste ist: Diese variieren von Auto zu Auto. Wusstet ihr zum Beispiel, dass jede einzelne Raute im Interieur eines aktuellen Bentley Continental GT aus exakt 712 Stichen besteht oder dass die Lackierung eines Ferrari F50 so dünn aufgetragen ist, dass bei genauem Hinschauen die Carbon-Struktur durchschimmert? Genau deshalb versuche ich mir bei jedem Shoot genügend Zeit für Detailshots zu nehmen, denn so lerne ich jedes Auto auf eine ganz neue Art und Weise kennen.

Durch Perspektivwechsel aus der monotonen Automotivefotografie © Jan Götze

Daher lautet mein wichtigster Tipp: Werft alle Konventionen über Bord! Bei Detailshots geht es mir in erster Linie um Kreativität. Ungewöhnliche Winkel oder Bildausschnitte, Unschärfe – alles kein Problem, im Gegenteil. Es gibt kein richtig oder falsch. Möchte ich besonders dramatische Effekte erzielen, nutze ich das neue SIGMA 35mm F1,2 DG DN | Art, das durch seine Blendenöffnung von F1,2 spektakuläre Ergebnisse erzielt. Mit einem Gewicht von 1080 Gramm ist die erste Festbrennweite von SIGMA mit 1,2er-Blende kein Leichtgewicht, überzeugt dafür jedoch mit einer sehr hochwertigen Haptik und einer phänomenalen Abbildungsleistung. Auch wenn der Autofokus gewohnt treffsicher agiert, ertappe ich mich immer wieder dabei, dass ich den manuellen Fokus (Focus-by-Wire-System) für die perfekte Feinjustierung verwende. In Zukunft würde ich gerne einmal das SIGMA 135mm F1,8 DG HSM | Art ausprobieren, um eine noch größere Tiefenunschärfe zu erzielen.

Durch Perspektivwechsel aus der monotonen Automotivefotografie © Jan Götze

Durch Perspektivwechsel aus der monotonen Automotivefotografie © Jan GötzeWie ihr sicherlich schon bemerkt habt, lege ich viel Wert auf Kreativität. Spielt mit dem Fokus und dem Licht oder probiert ungewöhnliche Perspektiven – hierzu könnt ihr beispielsweise durch die Seiten- oder Windschutzscheibe fotografieren, anstatt diese zu öffnen. Ihr könnt das Auto auch gekonnt in den Hintergrund treten lassen – erlaubt ist, was gefällt. Schön ist, dass dieses Vorgehen nicht nur bei seltenen Supersportwagen oder sündhaft teuren Oldtimern, sondern auch bei alltäglichen Autos funktioniert.

Durch Perspektivwechsel aus der monotonen Automotivefotografie © Jan Götze

Wichtig ist: Macht euch frei von Konventionen und legt einfach los. Probiert aus, experimentiert mit der Blende, testet unterschiedliche Objektive und entwickelt so euren ganz eigenen Style, denn fotografieren bedeutet ausprobieren!

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Jan Götze © Jan Götze
Jan Götze
Jan Götze © Jan Götze

Jan ist ein Motorjournalist, Fotograf und absoluter Auto-Nerd. Egal ob Autoquartetts, Modellautos oder jegliche Art von Automobilia, in seinem Leben dreht sich fast alles um das Thema Auto.
Zur Fotografie kam er über das Carspotting und hat seine Skills kontinuierlich weiterentwickelt. Auch heute freut er sich über jeden Supersportwagen oder Oldtimer, den er fotografiert!

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