Die SIGMA fp L im Studio-Test

Die SIGMA fp L im Studio-Test © Frank Jurisch

Seit Ende 2019 nutze ich nun die SIGMA fp und mag sehr die Qualität und Größe dieser Kamera. Sie passt in jede Jackentasche und ist die erste Wahl, wenn ich mit der Family einen Ausflug starte. Nun durfte ich die neue Version, die SIGMA fp L testen und bin begeistert. Unterscheidet sie sich optisch nur durch ein L unter dem Schriftzug, sind die vielen sinnvollen Neuerungen im Kern doch spannend.

Für den Test hat mir Sigma ein Set auf SIGMA fp L, dem grandiosen SIGMA 24-70mm F2,8 DG DN | Art und dem neuen elektronischen Sucher EVF-11 geschürt. Das Konzept der Kamera bleibt bestehen. Kompakt, modular, bedienungsfreundlich. So sind an 3 Seiten der Kamera Schraubgewinde an denen verschiedene Erweiterungen montiert werden können. Griffplatten, Blitzschuh Adapter oder aber der neue elektronische Sucher SIGMA EVF-11. Für mich als reiner Fotograf fühlt sich die Kamera mit Sucher nun viel vollständiger an. Aber auch der Handgriff HG-11 steigert dieses Gefühl und unterstützt das Arbeiten mit größeren Objektiven wie dem SIGMA 24-70mm F2,8 DG DN | Art.

Neues.
Die SIGMA fp L im Studio-Test © Frank Jurisch

Vergleicht man die technischen Daten der SIGMA fp und SIGMAf p L, ist wohl die Erhöhung der Sensor Auflösung von 24MP auf 61MP am auffälligsten. Diese hohe Auflösung bietet zum Detailgrad auch tolle elektronische Möglichkeiten. Verwendet man Crop Sensor Objektive wie die DC DN Serie an der fp L und nutzt damit nur einen Ausschnitt des Sensors, verringert sich die Auflösung auf 24MP. Ein riesiger Gewinn, bedenkt man, dass bei der normalen fp im Crop Modus lediglich 9,8MP nutzbar bleiben. Aber auch die Crop Zoom Funktion ist sehr spannend, erlaubt sie dem Benutzer den Faktor frei zu wählen, was einem elektronischen 5-fach Zoom entspricht. Somit kann man sehr gut in das Bild digital herein zoomen und hat dennoch ausreichend Auflösung. Eine weitere Möglichkeit besteht darin das Bild elektronisch zu stabilisieren. Dabei geht etwas von der Auflösung verloren, kann aber bei schlechten Lichtverhältnissen zu schärferen Bildern führen. Der neue Sensor zeigt im Vergleich zur fp in dunklen Bereichen etwas mehr Zeichnung, was eine Erhöhung des gesamten Dynamikumfangs bedeutet. Eine weitere Verbesserung findet man im Autofokus System. Mit der fp L bekommt man nun einen Hybrid Autofokus, bestehend aus einem Kontrast- sowie Phasensystem. Diese Kombination verspricht einen schnelleren und präziseren Fokus in allen Bereichen. Mir sind die Verbesserungen grade bei der Gesichts- und Augenerkennung aufgefallen. Das Aufladen des Akkus über USB ist nun auch im Betrieb möglich. Dies spielt natürlich der Nutzung als Webcam für Online Konferenzen sehr entgegen, denn die fp L hat eine Webcam Funktion, die ohne umständliche Capture Cards daher kommt.

Die SIGMA fp L im Studio-Test © Frank Jurisch

Bewährtes.

Ansonsten sind viele technischen Details in die SIGMA fp L übernommen worden, die ich noch erwähnen möchte.

Die SIGMA fp L im Studio-Test © Frank Jurisch

Der elektronische Verschluss lässt Belichtungszeiten von bis zu 1/8000sek zu. Die gesamte Bedienung ist reduziert und sinnvoll strukturiert. Die Kameraeinstellungen lassen sich mittels QR-Code Funktion problemlos von der fp auf die fp L überspielen. Fotos werden als Raw im DNG Format mit bis zu 14Bit Farbtiefe gespeichert sowie Filme in 12bit Cinema DNG. Die Kamera verfügt über einen SD-Kartenslot, bietet aber die Möglichkeit über den USB-C-Anschluss externe Laufwerke wie SSD´s einzubinden. Wie gewohnt kann man Farblooks über jpg oder Film legen und anpassen. Das Bajonett bietet mit seinem großen Durchmesser und geringen Auflagemaß die Möglichkeit eine Vielzahl an Objektive zu nutzen. Durch die L-Mount Allianz können zu Sigma L-Mount auch Leica und Panasonic Objektive nativ an der fp/fp L genutzt werden. Eine weitere Möglichkeit bieten SIGMA MC-21 Adapter, die das Adaptieren von Sigma SA oder Canon EF Objektiven ermöglichen.

Die SIGMA fp L im Studio-Test © Frank JurischDie SIGMA fp L im Studio-Test © Frank Jurisch

Sinnvolles Add-on.
Die SIGMA fp L im Studio-Test © Frank Jurisch

Auch wenn mir die kompakte Bauweise sehr gefällt, das Fehlen eines digitalen Suchers hatte ich oft vermisst. Nun gibt es aber die Möglichkeit, mit dem SIGMA EVF-11 die Kamera mit einem elektronischen Viewfinder Modul zu erweitern. Das Modul wird seitlich an die Kamera geschraubt und nutzt die USB-C und HDMI Schnittstelle zum Betrieb. Das Sichtfeld des Suchers ist mit anderen Vollformat Kameras vergleichbar groß und bietet mit einem 3,68MP OLED Display ein hervorragend kontrastreiches und helles Bild. Die Farben sind sehr natürlich, so das man das Gefühl eines optischen Suchers hat. Der SIGMA EVF-11 ist um 90Grad nach oben kippbar und hat zusätzlich zur Dioptrien Korrektur die Möglichkeit 2 verschiedene Augenmuscheln zu befestigen.

An der Seite des Viewfinder sind zudem ein USB-C-Anschluss für externe Laufwerke sowie ein Tonausgang über eine 3,5mm Stereo Buchse vorhanden. Da die Montage den Mikrofon-Eingang an der Kamera nicht verdeckt, kann dieser weiterhin genutzt werden. So ist es nun möglich ein Mikrofon zu verwenden und gleichzeitig den Ton zu überwachen, was Videografen freuen wird.

Die SIGMA fp L im Studio-Test © Frank Jurisch

Das Arbeiten mit der SIGMA fp L hat mir gut gefallen. Der elektronische Sucher ist für mich eine willkommene Erweiterung und erleichtert mir insbesondere in schwierigen Lichtsituationen das Arbeiten. Der Gewinn an Schnelligkeit im Autofokus System spielt meiner dynamischen Arbeitsweise sehr entgegen. Durch die hohe Auflösung habe ich nun noch mehr die Möglichkeit den Bildschnitt im Nachhinein zu verändern.

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© Frank Jurisch
Frank Jurisch
Portraitfotograf
© Frank Jurisch

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Frank Jurisch ist ein Studiofotograf und Workshopleiter aus Oberhausen. In seinem Studio arbeitet er ausschließlich mit LED Dauerlichtern und hat den Fokus auf Lichtsprache gesetzt. Zudem hat er eine Leidenschaft für die Beautyretusche und kann sich darin stundenlang verlieren.

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