Willkommen im Herbst mit dem neuen SIGMA 105mm F2,8 DG DN MACRO | Art

Willkommen im Herbst © Ines Mondon

Es geht wohl vielen Fotografen so, dass die Ankündigung von neuen Kameras oder Objektiven stets so ein bisschen Kribbeln und Spannung auslösen. Abhängig vom Genre, in dem man fotografiert und von persönlichen Vorlieben ist das Interesse dann mal mehr, mal weniger groß und manchmal entsteht auch sofort dieses „muss ich haben“ Gefühl. Als jemand der sehr viel im Bereich der Makrofotografie arbeitet, sind es natürlich Makroobjektive, die mich besonders interessieren und das neue SIGMA 105mm F2,8 DG DN MACRO | Art fand ich äußerst spannend.

Willkommen im Herbst © Ines Mondon

Tatsächlich habe ich nie eines der Vorgänger besessen, da ich mehr zu den längeren Brennweiten im Makrobereich tendiere, aber ich bin diesen Objektiven sehr oft begegnet. In meinen Workshops waren die Vorgänger mit Abstand das Objektiv, was die Teilnehmer am häufigsten in ihrem Fotogepäck hatten, insofern wusste ich, dass es eine sehr beliebte Brennweite ist und habe auch oft mit Workshopteilnehmern damit gearbeitet. Insofern ist mir diese Makrobrennweite doch auch ein Stück vertraut.

Willkommen im Herbst © Ines Mondon

Und nun setzt SIGMA die Art Serie genau mit diesem Objektiv fort.

Ich hatte die Chance ein paar Tage damit zu arbeiten und ich kann schon an dieser Stelle sagen, dass es ein großes Vergnügen war.

Herbstzeit ist natürlich Fotozeit und zu gern wäre ich losgezogen, um den goldenen Herbst mit seinen Farben einzufangen. Leider war das Wetter in meinem Zeitfenster meist grau, usselig, regnerisch und windig und nur selten gab es Chancen auf ein schönes Licht. Zum Glück musste ich mir wenigstens keine Sorgen um das Objektiv selbst machen, es ist staub- und spritzwassergeschützt und auch bei solchen Bedingungen einsetzbar ohne Angst zu haben, dass es beschädigt wird.

Willkommen im Herbst © Ines Mondon

105mm sind im Makrobereich schon eine interessante Brennweite, gerade bei der Fotografie von Schmetterlingen, Libellen oder Insekten allgemein, ist der Motivabstand groß genug, um die Fluchtdistanz einzuhalten, aber es ist auch eine schöne Freistellung der Motive zu erreichen.

Was ich direkt schon beim Auspacken und adaptieren an die Kamera als äußerst positiv wahrnahm, das ist die Kompaktheit und das geringe Gewicht dieses Objektives, ein Kriterium was bei Ausflügen in die Natur, oder Wanderungen eine nicht unerhebliche Rolle spielt. Ein Objektiv was man sogar in die Jackentasche packen kann.

Die Haptik ist toll, das Objektiv liegt gut in der Hand und die Bedienung ist innovativ und einfach. Ein paar interessante und nützliche Funktionen bietet es noch.

Bei der Blendenwahl gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen kann man die Blende direkt mittels Blendenring am Objektiv einstellen, aber zum anderen kann man diese Funktion auch blocken und über die Kamera auswählen. Zusätzlich lässt sich der „Klick“ den man erhalten kann beim Verstellen der Blende auch deaktivieren, für Aufnahmen wo es wichtig ist, dass keine Geräusche entstehen sehr nützlich, aber gleichzeitig bei Aktivierung auch gut, dass man akustisch wahrnimmt, dass man gerade die Blende verstellt. Grundsätzlich aber eine „nice to have“ Funktion sowohl am Objektiv, als auch an der Kamera die Blende verstellen zu können. Ich habe beide Möglichkeiten genutzt, und ich denke, das ist tatsächlich abhängig vom Motiv, aber auch von persönlichen Vorlieben und dem jeweiligen Workflow.

Willkommen im Herbst © Ines Mondon

Die Fokusbegrenzung finde ich sowieso äußerst nützlich. Gerade im Nahbereich ist es absolut nervig für mich, wenn der Autofokus sozusagen „von vorn bis hinten“ alles „absucht“, während mein Motiv in 35cm Entfernung ist. Ich empfehle auch jedem Fotografen diese Funktion zu nutzen. Es gibt drei Varianten die von „full“ , über 0,5m bis unendlich, hin zum absoluten Nahbereich alles abdecken.

Eine für mich sensationell gute Funktion ist aber die AFL Taste welche das 105mm F2,8 DG DN MACRO | Art hat. Eine Taste, die frei belegbar ist und wo jeder Fotograf selbst bestimmen kann, wie er diese belegt. Ich habe mir die Fokusvergrößerung beim manuellen Fokussieren daraufgelegt, gerade wenn man tief im Gras liegt und irgendwie sowieso viel zu wenig Hände und Finger hat, um präzise zu fokussieren und dabei den Bildausschnitt nicht zu verlieren war das für mich eine ideale Funktion. Aber selbstverständlich lassen sich alle verfügbaren Funktionen darauf legen, das hängt vom Einsatzbereich und den jeweiligen Vorlieben ab.

Willkommen im Herbst © Ines Mondon

Der Autofokus ist schnell und sitzt perfekt. Die Focus-by-wire Technologie kenne ich ja bereits vom SIGMA 70mm F2,8 DG MACRO | Art und es ist der Wahnsinn wie präzise man damit fokussieren kann. Sowohl mit dem AF als auch manuell ist die Fokussierung ein Kinderspiel und es ist wahrlich ein Vergnügen mit dieser Technologie zu arbeiten.

Nun sind all diese technischen Dinge wichtig und gerade die Haptik und komfortable Bedienung eines Objektivs ein erheblicher Faktor, aber das alles wird ja erst interessant in Verbindung mit der Abbildungsleistung und der Qualität der Bilder.

Dass man mit dem SIGMA 105mm F2,8 DG DN MACRO | Art gestochen scharfe Aufnahmen machen kann in ausgezeichneter Abbildungsqualität, das hat mich ehrlicherweise nicht überrascht, die Qualität der SIGMA Objektive erscheint da schon fast selbstverständlich.

Willkommen im Herbst © Ines Mondon

Nun ist meine Art der Fotografie eher die malerische, die etwas subtile Art, meine Bilder leben vom schönen Bokeh, von sanften Schärfeverläufen, von Freistellung und von oft sehr kleinen Schärfebereichen. Insofern war mein Urteil über dieses Objektiv auch und vor allem davon abhängig, ob auch das damit möglich ist.

Die Herbstzeitlosen, welche noch blühen, waren da ein gutes Testmotiv für mich. Tief im nassen Gras liegend, konnte ich mich überzeugen, dass es möglich ist mit dem SIGMA 105mm F2,8 DG DN MACRO | Art genau die Bilder zu kreieren welche ich bevorzuge. Die Schärfeverläufe sind unglaublich sanft und das Bokeh wunderschön. Ein paar Pflanzendetails, welche ich fotografierte bestätigten meinen Eindruck.

Willkommen im Herbst © Ines Mondon

Rosen und Orchideen sind wundervolle Fotomotive, beide Blumen haben eine Sinnlichkeit und Schönheit für mich, die man in Bildern zauberhaft darstellen kann.

Das Objektiv übertraf dahingehend tatsächlich meine Erwartungen und ist eines, welches sowohl knackscharfe Details in höchster Präzision als auch malerische Bildergebnisse möglich macht. Mit ca. 30cm hat es eine Naheinstellgrenze welche auch kleine Motive, oder Details formatfüllend abbilden kann, der 1:1 Abbildungsmaßstab kann mittels Konverter sogar noch vergrößert werden.

Interessant dürfte dieses Objektiv meiner Meinung nach auch für Hochzeitsfotografen sein. Gerade für die Ringe, oder Detailaufnahmen von Dekoration ist es sehr komfortabel ein Makroobjektiv dabei zu haben. Mit seiner kompakten Bauweise ist das SIGMA 105mm F2,8 DG DN MACRO | Art dahingehend kein Problem und durch die Unterstützung des automatischen Augenfokus bei Kameras, welche diese Funktion besitzen ist es auch im Portraitbereich wunderbar einsetzbar.

Willkommen im Herbst © Ines Mondon

Mein Fazit fällt äußerst positiv aus. Ich bin sowieso ein großer Fan der Art-Serie von SIGMA und dieses Makroobjektiv reiht sich nahtlos ein in die Gruppe wundervoller Objektive. Höchste Abbildungsqualität, innovative und komfortable Bedienung gepaart mit einem zauberhaften Bokeh und allen Möglichkeiten der perfekten Freistellung von kleinen Motiven denen man damit eine große Bühne geben kann. Von mir gibt es eine klare Empfehlung für die nächste Makrosaison und ich bin sicher unter vielen Weihnachtsbäumen wird dieses Objektiv liegen und beim Beschenkten große Begeisterung auslösen.

Alle Bilder dieses Beitrags in der Übersicht

Ines Mondon
Makrofotografin

www.inesmondon.de

Ines Mondon ist SIGMA Referenzfotografin, Buchautorin, gibt Workshops und hält Vorträge. Sie ist außerdem ehrenamtliche Fotografin für die Organisation „Dein Sternenkind“. Ihre Schwerpunkte sind die Makrofotografie und ein Stück weit die Landschaftsfotografie, sowie die abstrakte und Detailfotografie.  Ihre Stilmittel sind häufig gefühlvolle und pastellige Bilder, welche die Grenze zur Malerei berühren.

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