Der Teal & Orange Farblook mit der SIGMA fp

Teal & Orange mit der SIGMA fp © Christopher Schmidtke

Mit Farbfiltern ist das immer so eine Sache – haben sie nicht den gewünschten Wow-Effekt, so bleiben sie häufig unbeachtet und verschwinden auch recht schnell wieder. Tun sie dies aber schon, landen sie im Mainstream und werden dann so exzessiv verwendet, dass eine Übersättigung recht schnell erreicht ist und dieser Filter dann nur noch klischeehaft verwendet werden kann.

An der generellen Verwendung von Farbfiltern scheiden sich zudem häufig die Geister. Das eine Lager behauptet, Filter haben nichts mehr mit der richtigen Fotografie zu tun, während die andere Seite darauf schwört. Ich bin der Meinung, erlaubt ist, was gefällt.

Teal & Orange mit der SIGMA fp © Christopher Schmidtke

Denn am Ende muss jeder für sich entscheiden, womit er besser fährt und was zu seiner Art der Fotografie passt. Denn das ist ja eigentlich das Schöne an dem Hobby Fotografie: es gibt fast endlose Möglichkeiten sich damit auszudrücken und kein Richtig oder Falsch.

Teal & Orange mit der SIGMA fp © Christopher Schmidtke

Nun gibt es mehrere Möglichkeiten, wie sich der interessierte Fotograf dem Thema Presets und Farblooks annähern kann. Da wären die zahlreichen Fotografen, die ihre Presets zum Verkauf anbieten, immer mit der Botschaft, dass der Käufer damit sein Bild auf ein neues Level heben kann. Apps wie Instagram bieten dann einen sehr unkomplizierten Zugang zu den Farblooks und schließlich gibt es noch welche, die sich direkt in der Kamera befinden und abrufen lassen.

Teal & Orange mit der SIGMA fp © Christopher Schmidtke

So ist auch unsere SIGMA fp, die aktuell kleinste spiegellose Vollformatkamera mit einigen Möglichkeiten ausgestattet, den Look eines Bildes zu beeinflussen. So bietet die fp zwölf verschiedene Modi an, die direkt in die Entwicklung des jpegs mit einfließen. Im heutigen Beitrag möchte ich einen dieser zwölf Farbmodi herausnehmen und etwas näher vorstellen: Teal & Orange.

Nun bin ich eigentlich kein Freund von Presets, aber ich finde es zahlt sich immer aus, möglichst unvoreingenommen an neue Dinge heranzugehen. So tat ich es auch in diesem Fall.

Teal & Orange mit der SIGMA fp © Christopher Schmidtke

Dieser Modus konzentriert sich auf die beiden Komplementärfarben Orange und Türkis oder Cyan. Ursprünglich stammt dieser Look aus der Filmbranche hat aber durch Verwendung in den sozialen Medien in den letzten Jahren die Fotografieszene erreicht.

Teal & Orange mit der SIGMA fp © Christopher Schmidtke

Prädestiniert für Teal & Orange sind Situationen, die bereits Bereiche mit Orange und Cyan aufweisen, welche dann dadurch verstärkt herausgearbeitet werden können. Aber auch im Falle dieses Baums auf einem Feld kann man die Wirkungsweise von T&O gut erkennen. Generell kann man sagen, dass der Kontrast erhöht wird, das Gras diese orange/bräunliche Färbung annimmt und der Himmel eine Portion Blau abbekommt.

Der Farblook sorgt in diesem Fall für noch mehr Dramatik und ich habe zusätzlich direkt in der Kamera die Möglichkeit die Punkte Kontrast, Schärfe und Sättigung zu beeinflussen, um entweder einen etwas dezenteren Look zu erhalten oder all-in zu gehen.

Wenn ich in RAW+jpeg fotografiere kann ich also direkt vor Ort ein bisschen herumexperimentieren und ganz unkompliziert die Stimmung des Bildes verstärken ohne im Nachhinein stundenlang am Rechner zu sitzen. Trotzdem erhalte ich mir die Option, dies nach dem Shooting zuhause zu tun.

Teal & Orange mit der SIGMA fp © Christopher Schmidtke

Ein weiterer Vorteil der SIGMA fp ist, dass man den Teal & Orange Look (sowie alle anderen Farblooks) auch beim Filmen verwenden kann und die Kamera dies direkt über das Video legt. Ohne Kenntnisse im Color-Grading kann man hier ganz unkompliziert tolle Videos erstellen.

Ich habe mich ganz bewusst dafür entschieden, den Farbfilter auch in Situationen einzusetzen, wo man ihn vielleicht nicht in erster Linie sehen würde. Warum? Um einfach mal ein bisschen herumzuspielen und zu schauen, wie Teal & Orange das Bild und die Stimmung verändern wird.

Wenn man sich mit Farbfiltern im Allgemeinen befasst, ist häufig folgende Entwicklung zu erkennen: zu Beginn geht es immer höher und weiter, die Regler werden aufs Maximum gestellt. Aber dann mit der Zeit gewöhnt man sich an den Look und setzt ihn dezenter ein, um Stimmungen nur noch leicht anzupassen, um dem näher zu kommen, was man vor Ort gefühlt hat. Weg von der Effekthascherei, die nur zeigt, dass man die Fähigkeit besitzt einen Regler auf Anschlag stellen zu können und hin zu einem harmonischen Ergebnis, welches den Betrachter auch auf den zweiten und dritten Blick fasziniert. Probiert es doch einmal aus, mir hat es Spaß gemacht.

Alle Bilder dieses Beitrags in der Übersicht

Christopher Schmidtke
Landschaftsfotograf

Christopher Schmidtke fotografiert hauptsächlich Landschaften und diese gerne dann in Schwarzweiß und mit alten analogen Kameras. Als Teil des Marketing Teams der SIGMA (Deutschland) GmbH nimmt er aber auch gerne aktuelle Kameras und Objektive in die Hand und erkundet damit die Umgebung.

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