Im Gespräch mit Frank Jurisch

Im Gespräch mit Frank Jurisch © Frank Jurisch

Frank Jurisch ist ein Studiofotograf und Workshopleiter aus Oberhausen. In seinem Studio arbeitet er ausschließlich mit LED Dauerlichtern und hat den Fokus auf Lichtsprache gesetzt. Zudem hat er eine Leidenschaft für die Beautyretusche und kann sich darin stundenlang verlieren. Wir haben uns mit ihm darüber unterhalten, wie er sein Fotostudio trotz Corona-Krise sinnvoll nutzt, wer ihn inspiriert und auf welches Equipment er am liebsten zurückgreift.

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Hallo Frank! Wie geht es dir? Die vergangenen Wochen waren vermutlich auch für dich und deine Arbeit keine leichte Zeit. Wie gehst du mit der Situation um bzw. welche Auswirkungen hat die Corona-Krise auf dich?

Natürlich merke auch ich die Veränderungen und Beeinträchtigung durch die aktuelle Lage. Fotografieren von Menschen ist seit vielen Wochen kaum möglich. Aufträge und Workshops sind größtenteils weggebrochen oder auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Ungewissheit wann wir wieder „Normalität“ leben können ist das, was mich am meisten belastet. Ich bin sehr froh meinen Beruf, den ich in Teilzeit ausführe, relativ unbeeinträchtigt durch die Pandemie ausführen zu können. Von Existenzängsten bin ich nicht geplagt, weiß aber das vielen Kollegen mit großen Sorgen zu kämpfen haben. Bleibt zu hoffen, dass wir diese Zeit schnell überstehen.

Im Gespräch mit Frank Jurisch © Frank Jurisch

Wie hast du deine Zeit genutzt? Hast du dein Archiv aufgeräumt, dich weitergebildet oder neue Shooting-Ideen gesammelt?

Das Feld der Fotografie ist glücklicherweise recht groß und vielfältig und so habe ich mich bereits Ende 2019 wieder dem Thema „Stockfotografie“ gewidmet, um mein Portfolio zu erweitern. Dies bietet mir zudem die Möglichkeit mein Fotostudio weiterhin sinnvoll zu nutzen. Eine weitere Beschäftigung fand ich in der Produktion eines weiteren Videotrainings zum Thema Bildbearbeitung. Die Aufbereitung zu einem fertigen Produkt sowie Optimierung des Shopsystem ist schon recht zeitaufwendig. Natürlich ruht der Geist nicht und neue Shootings sind geplant. Als Studiofotograf werde ich jedoch vorerst auf Outdoor Aktivitäten umschwenken da hier sehr gut auf Abstand gearbeitet werden kann. Die Zeit für Studioarbeiten wird wieder kommen.

Wie wird es jetzt bei dir weitergehen? Was möchtest du als Fotograf in naher Zukunft erreichen?

Ich versuche mich im Bereich der Stockfotografie gut zu positionieren und werde daher weiter fleißig produzieren. Zudem können einige Outdoor Shooting Erfahrungen sicher nicht schaden.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben? Und wie hat sich dieser Stil mit der Zeit entwickelt? Hast du Vorbilder, die dich inspirieren? Wenn ja, wen?

Den eigenen Stil in Worte zu fassen finde ich immer sehr schwierig. Ich denke, dieser setzt sich aus vielen Einflüssen zusammen. Was mir bei Arbeiten anderer Künstler gefiel, floss zu Teilen in eigene Projekte ein und wurde über die Zeit zu einem eigenen Stil. Betrachtet man mein Portfolio, erkennt man sicherlich das ich grafische Elemente und das Spiel mit Farbharmonien und Komplementärfarben sehr mag. Wenn ich prägende Fotografen nennen müsste, waren es grade zu Anfangszeiten meines Schaffens die Arbeiten von Rankin und Kristian Schuller.

Im Gespräch mit Frank Jurisch © Frank Jurisch

Was zeichnet deiner Meinung nach einen guten Fotografen aus?

In der heutigen schnelllebigen Zeit ist es meiner Meinung nach wichtig, eine wiedererkennbare Handschrift zu haben. Fotografen, die ich als sehr gut bezeichnen würde, haben in der Regel auch ein gutes Gefühl für Ästhetik und Komposition.

Gibt es ein Bild, dass Dir besonders am Herzen liegt? Wenn ja, warum?

Da gibt es ein sehr altes Foto aus meinen Anfangszeiten, welches mir da sofort einfällt. Es zeigt einen Anzugträger in einer Waldkulisse stehend, dessen Kopf und Oberkörper von vielen wehenden Seidentüchern umhüllt ist. Dieses Foto war im Grunde nur die visuelle Umsetzung einer Bildidee. Eine Fotomontage aus vielen Einzelbildern. Ich hatte das Foto zu einem späteren Zeitpunkt auf einer Ausstellung und war doch sehr überrascht wie viel man in das Foto interpretieren konnte. Das hat diese Bild nachträglich doch zu etwas sehr besonderen für mich gemacht.

Im Gespräch mit Frank Jurisch © Frank Jurisch

Und gibt es auch ein Bild, von dem du schon ewig träumst, aber noch nie in den Kasten bekommen hast?

Ewig träumen, eher nicht. Es gibt aber immer Bildideen, die ich anstrebe zu verwirklichen. Aktuell versuche ich eine Geschichte in nur einem Bild zu zeigen. Verknüpfungen mit Gegensätzen oder kritischen Themen wären da sehr spannend. Für mich ist dies eine Ebene hinter dem eigentlichen Foto. Solch ein Werk kann sehr fesselnd sein, und vielleicht sogar den ein oder andern Betrachter nachdenklich stimmen.

Welches SIGMA Objektiv darf in deiner Fototasche niemals fehlen und warum?

Das SIGMA 30mm F1,4 DC DN | Contemporary  und die Sony a6400 sind ein so wunderbares Gespann, welches für mich grade im Portraitbereich zuverlässig funktionieren. Das Objektiv bildet Proportionen natürlich ab und wirkt sehr ähnlich dem Eindruck unseres Sehapparates. Eine hohe Abbildungsleistung in einem kleinen, leichten System zu haben, lässt mich gerne zur Crop Kamera greifen.

Im Gespräch mit Frank Jurisch © Frank Jurisch

Welchen Rat möchtest du unseren Lesern hier noch mit auf den Weg geben?

Wenn ich einen Rat gerne gebe, dann ist es Ziele zu setzen. Irgendwann kommt jeder mal an den Punkt sich in stetigen Wiederholungen gelangweilt und gefesselt zu fühlen. Ein Ziel zu haben kann durchaus die Kreativität neu beflügeln. Vielleicht möchte man einmal 100 Schwarzweiß Portraits in einer Kollage vereinen oder wie in meinem Beispiel das Erreichen einer Ebene hinter dem eigentlichen Foto.

Setze dir Ziele, gehe mit Mut an neue Herausforderungen heran und lebe was du liebst.

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Vielen Dank für das Interview, Frank! Wer noch mehr über Frank Jurisch erfahren will, sollte sich auf jeden Fall seine Website frankjurisch.com oder seinen Instagram-Account @frankjurisch ansehen!

Alle Bilder dieses Beitrags in der Übersicht

© Frank Jurisch
Frank Jurisch
Portraitfotograf

www.FrankJurisch.com

Frank Jurisch ist ein Studiofotograf und Workshopleiter aus Oberhausen. In seinem Studio arbeitet er ausschließlich mit LED Dauerlichtern und hat den Fokus auf Lichtsprache gesetzt. Zudem hat er eine Leidenschaft für die Beautyretusche und kann sich darin stundenlang verlieren.

Facebook: Fotograf Frank Jurisch
Instagram: Frank Jurisch

1 Comment

  • 25. Mai 2020 at 16:12 — Reply

    Die 1.4 16, 30 und 56 mm sind schon klasse … ich habe die 16 und 56 mm für meine Panasonic GH 5, während ich an der Alpha 7 Vollformatobjektive nutze (wobei ich aber weiß, dass einige Kollegen auch hier das 30 er dran setzen und dann mit dem Crop Faktor leben)!

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