Beauty-Fotografie Corona-Edition: #CARonashooting

Beauty-Fotografie Corona-Edition: #CARonashooting © Natascha Lindemann

Es ist Anfang 2020, das Jahr ist noch jung und schlimmer kann es kaum noch werden: Die ganze Welt wird von einer Pandemie heimgesucht, es herrscht Verunsicherung und soziale Distanzierung ist angesagt. Nur wenige Wirtschaftszweige bleiben verschont, auch als Fotografin bekomme ich die Auswirkungen schnell zu spüren. Zunächst fallen nur Produktionen in Italien aus, kurz darauf folgen weiträumige Einreiseverbote und nur wenig später steht die komplette Welt still. Es gibt keine Foto-Produktionen mehr und ein Projekt nach dem anderen wird abgesagt.

Abstand zu halten fällt uns Menschen schwer, das haben wir in dieser Zeit sicher alle mehr als deutlich gemerkt. Die notwendigen 2 Meter Abstand sind bei Beauty-Shootings jedoch in zweierlei Hinsicht eine schwierige Herausforderung: Nicht nur als Haar- und Make-Up-Artist ist man mit direktem Personenkontakt am Menschen tätig, sondern auch als Beauty-Fotograf dringt man in den unmittelbaren, persönlichen Raum eines Menschen ein. Das macht leider auch Shootings im kleinsten Rahmen unmöglich.

Beauty-Fotografie Corona-Edition: #CARonashooting © Natascha Lindemann

Technisch gesehen wäre es eine Idee mit einem Objektiv einer anderen Brennweite einen größeren Abstand zum Model halten zu können. In der Praxis merkt man aber gerade bei der Beauty-Fotografie einen immensen Unterschied zwischen den verschiedenen Brennweiten der Objektive. Mit der Wahl des Objektivs bestimme ich wesentlich meinen Bildstil und mache mir die optischen Eigenschaften der jeweiligen Brennweite zunutze, mit denen ich die Stimmung des Bilds stark beeinflussen kann. Gerade für Close-Up-Fotos von Lippen oder Augen brauche ich ein Macro-Objektiv. Dabei sind meine Favoriten das SIGMA 70mm F2,8 DG MACRO | Art und das SIGMA MAKRO 105mm F2,8 EX DG OS HSM, da diese auch in den kleinsten Details der Bilder eine tolle und faszinierende Schärfe abbilden können.

Nachdem ich knapp 2 Monate lang zu Hause in Quarantäne geblieben und nur zum Einkaufen rausgegangen bin, viel Zeit mit dem Retuschieren von Fotos und dem Ausarbeiten von Ideen und Konzepten, die bislang liegen geblieben waren, verbracht habe, packte mich langsam aber sicher die Lust wieder kreativ tätig zu werden. Ich hatte in der Zwischenzeit viele Inspirationen gesammelt, die ich unter normalen Umständen eigentlich direkt umgesetzt hätte. Ich habe lange überlegt, ob es nicht doch eine Möglichkeit gibt, wie man trotz Corona und social distancing ein Fotoshooting machen könnte.

Beauty-Fotografie Corona-Edition: #CARonashooting © Natascha Lindemann

Während eines Einkaufs betrachtete ich die an der Kasse improvisiert angebrachten Schutzwände aus Plexiglas und stellte mir die Frage, ob so ein Schutz nicht auch bei einem Shooting zwischen Fotograf und Model einsetzbar wäre? Idealerweise wäre es auf der Kameraseite dunkel, damit sich Lichtreflektionen auf der Oberfläche reduzieren, und auf der anderen Seite möglichst hell.

Schnell kam ich auf den Gedanken, aus dem Auto heraus zu fotografieren: Mit geschlossenen Fenstern ist es ein eigener Raum, der dunkler als das Umgebungslicht draußen ist. An einem sonnigen Tag ist es draußen deutlich heller als im Auto, die Reflexionen an der Fensterscheibe halten sich in Grenzen und das Sonnenlicht spendet viel Helligkeit für schöne Fotos. Ein echtes #CARonashooting!

Ich fragte bei einem befreundeten Model, Mia aus Berlin, an und sie war auch sofort begeistert von der Idee. Wenig später fand ich mich mit meinem Auto auf Ihrer Einfahrt wieder. Mit meiner Canon EOS 5D Mark IV, Akkus, Speicherkarten, dem SIGMA MAKRO 105mm F2,8 EX DG OS HSM wartete ich auf mein Model, die sich mit ihrem eigenen Make-up und Haarstyling dann auf ein Höckerchen und einer Hand voll Blumen zu mir an das Autofenster setzte. Dies war eine zunächst sehr witzige und ungewohnte Situation, aber das änderte sich schnell.

Statt mit einem großen Blitzsystem und den vielen Einstellungsmöglichkeiten hatte ich nur die eine große Lichtquelle am Himmel, die mir mit ihrem natürlichen und harten Licht als Lichtquelle für das Shooting diente. Besonders gefiel mir dabei das Spiel mit Licht und Schatten.

Beauty-Fotografie Corona-Edition: #CARonashooting © Natascha Lindemann

Es hat sehr viel Spaß gemacht und auch die Ergebnisse, die ihr hier sehen könnt, gefallen mir sehr.

Hast du jetzt auch Lust, ein #CARonashooting zu machen? Markiert mich und den Hashtag #CARonashooting auf euren Ergebnissen, ich freue mich darüber sehr!

Alle Bilder dieses Beitrags in der Übersicht

Natascha Lindemann
Natascha Lindemann
Beauty- & Fashionfotografin

www.nataschalindemann.de

Die Berliner Fotografin Natascha Lindemann hat sich auf Beauty-Fotografie spezialisiert. Sie ist weltweit für Make-Up und Beauty-Brands tätig.

„Ich liebe es, kreative und aufwendige Foto-Shootings zu konzeptionieren, planen und durchzuführen. In der Beauty-Fotografie lebe ich meine Kreativität aus und trage mit meinen Bildern zum erfolgreichen Außenauftritt von Beauty-Brands bei.“

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2 Comments

  • 27. Mai 2020 at 15:03 — Reply

    Schöne Ergebnisse. Ja, das kann ich mir schon vorstellen, dass es People- und Mode-Fotografen im Moment hart trifft. Daher bin ich heilfroh, dass ich auch viel im Bereich der Texterstellung tätig bin und es sich bei meinen Foto-Aufträgen vor allem um Natur, Gärten und Makro handelt, wo Corona keinerlei Rolle spielt. Ich drück euch daher die Daumen!!!

  • 27. Mai 2020 at 15:15 — Reply

    Die Idee mit dem CarShooting ist super gut. Das wäre für mich als Studio Fotograf und Liebhaber von hartem Licht auf jeden Fall eine super Option. Danke für den Tipp.

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