Die goldene Mitte – das SIGMA 40mm F1,4 DG HSM | Art in Le Mans

Die goldene Mitte - das SIGMA 40mm F1,4 DG HSM | Art in Le Mans @ Oliver Hilger

Ein 35mm und ein 50mm-Objektiv gehören in die Kameratasche eines jeden Fotografen. Vorzugsweise mit Lichtstärke 1,4. Doch was, wenn man sich nicht zwischen dem gemäßigten Weitwinkel und der Normalbrennweite entscheiden möchte? Kann das SIGMA 40mm F1,4 DG HSM | Art die beiden legendären Brennweiten in der Praxis ersetzen? Dieser Frage bin ich innerhalb von zwei Wochen bei den 24-Stunden-Rennen von Le Mans und am Nürburgring nachgegangen.

Die goldene Mitte - das SIGMA 40mm F1,4 DG HSM | Art in Le Mans @ Oliver Hilger

Hohe Meßlatte

Bei meinem Praxistest an der Rennstrecke musste sich das 40mm mit E-Mount-Anschluss abwechselnd an der Sony a7R3 und der a9 beweisen. Keine Frage – an den beiden recht zierlichen spiegellosen Kameras wirkt die große und schwere Festbrennweite ein wenig überdimensioniert. Doch sobald man den Batteriegriff unter das Gehäuse schraubt, ist die etwas frontlastige Auslegung wieder in Balance. Doch das Gewicht des Objektives kommt nicht von ungefähr. Wie seiner Geschwister der Art-Serie fühlt sich auch das SIGMA 40mm F1,4 DG HSM | Art überaus robust an. Der breite und griffige Fokusring läuft satt und gut gedämpft. Und die neue arretierbare Gegenlichtblende setzt in Sachen Verarbeitung neue Maßstäbe. Kompromisse, um die Linse leichter und kompakter zu machen, sind die Ingenieure in Japan offensichtlich nicht eingegangen. Doch macht sich das auch in der Bildqualität bemerkbar? Schließlich haben das SIGMA 35mm F1,4 DG HSM | Art und erst rechts das SIGMA 50mm F1,4 DG HSM | Art die Messlatte verdammt hoch gelegt.

Plastische Freistellung

Die goldene Mitte - das SIGMA 40mm F1,4 DG HSM | Art in Le Mans @ Oliver Hilger

Seine erste Bewährungsprobe muss das 40mm bei einem Ganzkörper-Portraitshooting mit den Porsche-Werksfahrern auf der Start-Ziel-Geraden von Le Mans bestehen. Die Brennweite ist dafür ideal geeignet. Ohne zu stark zu verzerren lassen sich die Tribünen links und rechts der Strecke perfekt in das Bild integrieren.

Die goldene Mitte - das SIGMA 40mm F1,4 DG HSM | Art in Le Mans @ Oliver Hilger

Dennoch hebt sich der Sportwagen-Weltmeister Kévin Estre geradezu plastisch vom Hintergrund ab. Mit der Augen-Autofokusfunktion der Sony a9 sitzt die Schärfe perfekt.

Qualität bis an die Bildränder

Die goldene Mitte - das SIGMA 40mm F1,4 DG HSM | Art in Le Mans @ Oliver Hilger

Auch für Halbkörperportraits und Closeups in der Box des Porsche GT Teams eignet sich das lichtstarke 40er ausgezeichnet. Denn die Beleuchtung in den Teamgaragen ist alles andere als optimal. Folglich nutze ich das Objektiv hier fast ausschließlich mit Offenblende.

Die goldene Mitte - das SIGMA 40mm F1,4 DG HSM | Art in Le Mans @ Oliver Hilger

Doch das bedeutet praktisch keine Abstriche bei der Qualität. Bis in die Bildecken begeistert das Art-Objektiv mit hervorragender Schärfe und Detaildarstellung.

Frei von optischen Fehlern

Ein weiterer Einsatzzweck des ultrascharfen SIGMA 40mm F1,4 DG HSM | Art war die Begleitung von Interviews mit Hollywoodstar Patrick Dempsey (Grey’s Anatomy, Bridget Jones).

Die goldene Mitte - das SIGMA 40mm F1,4 DG HSM | Art in Le Mans @ Oliver Hilger

Egal ob bei Mischlicht in den Garagen, bei Tageslicht im Fahrerlager oder bei Kunstlicht in einem Blackbox-Studio – das Sigma blieb stets frei von optischen Fehlern.

Die goldene Mitte - das SIGMA 40mm F1,4 DG HSM | Art in Le Mans @ Oliver Hilger

Mut zur Lücke

Die goldene Mitte - das SIGMA 40mm F1,4 DG HSM | Art auf dem Nürburgring @ Oliver Hilger

Auch in den Startaufstellungen in Le Mans und am Nürburgring erwies sich das 40er in Sachen Brennweite als die goldene Mitte. Wenig Verzeichnung aber doch weitwinklig genug, um im dichten Getümmel der Fahrer, Mechaniker und Fans die richtige Lücke zu finden und das Geschehen plastisch vom Hintergrund isolieren zu können.

Die goldene Mitte - das SIGMA 40mm F1,4 DG HSM | Art in Le Mans @ Oliver Hilger

Auch beim Einfangen von Boxenstopps aus der Garage heraus erwiesen sich die Kombination aus 40 Millimeter Brennweite und Offenblende 1.4 als perfekt. Gerade wenn man den Vordergrund in die Unschärfe setzt, entsteht eine spannende Tiefenwirkung, die durch den tollen Kontrast und die messerscharfe Darstellung selbst feinster Details noch unterstützt wird.

Fazit

Kommen wir also wieder zur Ausgangsfrage: Kann das 40er zwei der beliebtesten Brennweiten ersetzen? In fast allen Situationen ja. Denn das SIGMA 40mm F1,4 DG HSM | Art ist kein fauler Kompromiss, sondern vielmehr die goldene Mitte. An einer Vollformatkamera sind 40mm eine tolle Universalbrennweite – man vermisst weder das 35mm noch das 50mm. Optisch ist das 40mm über jeden Zweifel erhaben – das Objektiv zeichnet selbst am hochauflösenden Sensor der Sony a7R3 so scharf, dass man in Lightroom vorsichtig mit dem Schärferegler umgehen sollte. Auch optische Fehler sind dem kompromisslos auf Qualität getrimmten Allrounder fremd. Wer die stattliche Größe mit einem Filterdurchmesser von 82mm und das Gewicht von 1.200g nicht scheut, der hat mit dem SIGMA 40mm F1,4 DG HSM | Art ein tolles Allroundobjektiv, das man nur selten von der Kamera nehmen wird.

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© Oliver Hilger
Oliver Hilger
Oliver Hilger fotografiert seit Anfang der 90er Jahre mit SIGMA Objektiven. Sein erstes Objektiv, damals noch aus der analogen Zeit, war ein SIGMA 28-70mm F3,5-4,5 UC Zoom Objektiv. Seitdem ist er treuer Kunde und besitzt mittlerweile über 30 SIGMA Objektive. Er selbst sagt allerdings, dass er sich dennoch oft auf seinen Fotostreifzügen auf ein einziges Objektiv beschränkt. In der Street-Fotografie ist dies oft das 35mm F1,4 DG HSM | Art, bei Portraitshootings kommt häufig das 85mm F1,4 DG HSM | Art zum Einsatz.
"Durch die bewusste Beschränkung auf eine Brennweite gestaltet man seine Aufnahme kreativer und hat im Endeffekt mehr Spaß und mehr Ideen."
Instagram: sigma_art_photos / Homepage: www.oliversfotos.de

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