Composings und das neue SIGMA 70-200mm F2,8 DG OS HSM | Sports

© Harald Kröher

Am Montag den 10ten Dez. 2018 hatte ich einen Termin in der Tierauffangstation bei Maßweiler in der Pfalz. Mit dem Chef Herrn Florian Eiserlo hatte ich schon ein Treffen vor Ort gehabt und er hatte mich durch die unglaublichen Anlagen mit und ohne Tiere geführt. Für die Tierauffangstation dort stehen 3 Prämissen im Vordergrund. Man wird von Fachpersonal vor Ort professionell unterstützt.

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An dem besagten Montag nun hatte ich das Model Kim mitgebracht und natürlich das neue 70-200mm F2,8 DG OS HSM | Sports von SIGMA.

Es wäre recht problematisch gewesen die Fotos ohne ein gutes Teleobjektiv zu machen.  Gerade die Pastellfüchse sind sehr scheu und es ist schon fast eine Sensation, wenn die Tiere zu einem näher kommen. Wenn dann aber 2 oder mehr Leute im Gehege sind, wird das problematisch – d.h. für den Fotografen eben Abstand halten!

Wir wollten bei den Pastellfüchsen und den Waschbären im Gehege emotionale Bilder mit Kim und den Tieren machen. Bei den Waschbären schien das nicht so schwierig zu sein, allerdings bei den beiden Pastellfüchsen, welche eine reine Zuchtform für Pelze sind, schon. Beide sind aus den Händen von Züchtern gerettet worden und lebten in mehr als erbärmlichen Bedingungen.

Nach ca. einer halben Std. war es dann soweit, Kim hatte das Pastellfuchsmännchen mit ein paar Leckerlis überzeugt. Sehr scheu kam er näher und dann geschah ein kleines Wunder: der Fuchs stellte sich auf die Knie der sitzenden Kim und schaute sie an und ließ sich sogar streicheln. Der Tierpfleger war überrascht und nun war ich dran.

Ich stand ca. 15 m weg, leicht durch einen Busch verdeckt. Auf meiner Kamera das SIGMA 70-200mm F2,8 DG OS HSM | Sports, brandneu aus der Box. Stabilisator auf Stufe 1 (OS) um Verwacklungen zu beseitigen, die mit der Kamera ausgelöst werden. Es war recht grau und da sich Fuchs und Model auf einer Ebene sich befanden, konnte ich ganz offenblendig arbeiten. Belichtungszeit 1/320 sek. sollte frei Hand mit dem Stabi passen – ISO 320. Das Pastellfuchsweibchen reagierte auch prompt und holte sich auch ein paar Leckerlis im Hintergrund vom Boden.

Der Auto – Fokus reagierte sofort – Schärfe aufs Gesicht des Models – Kontrolle, das Gesicht des Fuchses war auch in dem Schärfekreis.

Im Hintergrund der Zaun und die Hütte des Fuchspärchens – dann 2 Bilder hatte ich gerade gemacht, der Pastellfuchs verschwand wieder in seinem `Bau`.

Sicherlich ein ausdrucksstarkes Bild – aber in dieser Umgebung ohne große Wirkung – eben eine Doku. Schon auf dem nach Hause Weg hatte ich die Idee zu einem Composing. Das SIGMA 70-200mm F2,8 DG OS HSM | Sports hatte mir überhaupt erst diesen Schuss ermöglicht, näher ran: keine Chance; nochmal: macht keinen Sinn.

Am Rechner sah ich direkt, dass die Schärfe passt. Schnell und prompt mit dem neuen Flaggschiff von SIGMA erstellt.

Ich suchte mir einen passenden Hintergrund und entschied mich für eine mystische Waldlichtung.

Nun ging es ans Eingemachte: nach einem groben Zuschnitt des Bildes in Photoshop, stellte ich das Model und den Fuchs grob mittels des Schnellauswahlwerkzeuges frei, korrigierte die dabei entstandene Maske mit den Tools des Werkzeuges und gab dann die fast fertige Maske an PS zurück.

Danach wurde die Waldlichtung eingefügt und mit der Maske an den Stellen von Person und Fuchs ausgeblendet – an manchen Stellen führte ich mit dem Pinsel mit Schwarz oder Weiß, je nach dem, eine Berichtigung von manchen Kanten aus. Die Maske wurde dann invertiert.

Auch der Übergang von dem eingefügten Wald zur Wiese hin wurde noch korrigiert!

Die Ebene wurde dann kopiert und in ein Smartobjekt verwandelt. Hier wurden dann das Bokeh für den Hintergrund und die Farbkorrektur durchgeführt.

Danach wurde an manchen Stellen am Model leichte Verflüssigungsarbeiten durchgeführt und aus der NIK – Filter Serie die Filter Sunlight in Kombination mit Glamour Glow differenziert eingesetzt.

Zuschnitt aufs gewünschte Format kam ganz zum Schluss sowie eine leichte Portraitretusche an Model und am Fuchs.

Das fertige Bild – ich war begeistert, eine ganz andere Bildsprache – kein Zaun – keine Hütte – one Moment in Time – Model und Fuchs zu einer Einheit verschmolzen in der freien Natur.

Bei den Waschbären, die auch recht scheu waren, gingen wir ähnlich vor. Hier nur das Endprodukt.

Die beiden fertigen Bilder

© Harald Kröher
Harald Kröher
Landschafts- und Portraitfotograf

Harald Kröher wurde 1955 geboren. Nach dem Abitur hat er in Mainz studiert und als Dipl. Ing. abgeschlossen, war zwei Jahre Assistent an der Uni in Kaiserslautern und hat dort zusätzlich Raum- und Umweltplanung studiert. Während seines Zweitstudiums hatte er auch zusätzlich etliche Fächer aus dem künstlerischen Bereich belegt, so auch Fotografie.
Eine ganz besondere Sache war für ihn die Digitalisierung der Fotografie: Weg aus dem engen Labor an den PC war für ihn ein kreativer Schub.
Seit fünf Jahren ist er der künstlerische Leiter der Fototage in Pirmasens.

Eines seiner Grundkonzepte ‚Mensch und Natur’ setzt er an vielen verschiedenen Locations in Europa mit immer neuen Modellen konsequent um. Auf der einen Seite zeigt er hier den klassischen Akt z.B. eingebunden in die wilde Landschaft der Bretagne, auf der anderen Seite ‚die Frau im weißen Kleid’, wie sie im Frühlingswind über die frischgrünen Wiesen im Elsass streift.

Homepage: www.photostil-online.de / Facebook: @haraldstileben

1 Comment

  • 11. Januar 2019 at 18:16 — Reply

    Die Idee ist super, das Foto im Prinzip auch, aber Fuchs Composing würde ich nochmals überarbeiten (lassen). Die Unschärfe sieht leider sehr unnatürlich nach Photoshop aus. Der Freisteller des Tieres ist nicht einfach, passt m.E. nicht. Der Bauch ist weich, das Gras darunter gestochen scharf. Nix für ungut!

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