8 typische Fehler, die jeder Fotograf macht 

© Alina Schessler

#1: Teure Kamera // Objektive

Wenn man gerade mit der Fotografie als Hobby beginnt, ist das Budget für das Equipment meist noch nicht so hoch, das Interesse an all dem technischen Schnickschnack jedoch umso größer. Man liest viele Testberichte und würde am liebsten jede Kamera, jedes Objektiv sofort kaufen. Natürlich muss man dabei erstmal Prioritäten setzen. Komischerweise hat hier bei den meisten ein teurer Body einen höheren Stellenwert als gute Objektive. Auch ich habe mir als erstes eine Kamera mit dem dazugehörigen Kit Objektiv geholt.  Zu der Zeit kannte ich mich technisch noch überhaupt nicht aus und als ich dann ein paar Tage später mit ISO, Blende, Zeit usw etwas mehr auseinander gesetzt hatte, habe ich mich gewundert, wieso ich die Blende nicht weiter als 5,6 öffnen kann (Ja, ich habe damals beim Kauf ernsthaft nicht mal darauf geachtet, haha.)

Als ich die Kamera dann hatte, fing ich an mich für verschiedenste Objektive zu interessieren. Ich war fasziniert von der Varianz und den verschiedenen Möglichkeiten. Wie ein Kind im Süßigkeitenladen wollte ich alles haben und da der Geldbeutel noch nicht allzu prall gefüllt war, habe ich mir erstmal jede Menge günstige Objektive gekauft. Irgendwann, gar nicht sehr viel später hat mir auf einer Fotoreise ein anderer Fotograf ein SIGMA Objektiv zu testen gegeben und ich habe dort das erste mal mit einer hochwertigeren Linse fotografiert. Ratet mal was das erste war was ich gemacht habe als ich wieder zu Hause war? Richtig, ich habe ALLE meine Objektive bei Ebay Kleinanzeigen reingesetzt und mir das SIGMA 35mm F1,4 DG HSM | Art gekauft.

Auch hier sieht man wieder: Wer Billig kauft, kauft zwei mal und glaubt mir: Es macht soooo viel mehr Sinn, sein Geld in gute Optiken zu stecken und dafür einen etwas günstigeren Body zu wählen.

© Alina Schessler

#2: Sonnenlicht

12 Uhr, 28 Grad, blauer Himmel, strahlender Sonnenschein – perfekter Tag für ein Fotoshooting, denkt man als Fotografieneuling. An der Location angekommen kann das Model kaum die Augen offen halten ohne zu erblinden und sieht mit den Schatten im Gesicht mal eben 20 Jahre älter aus.

Mein Tipp: Planänderung – ab ins Freibad und am Abend weiter fotografieren. (Oder einen der 364 anderen Tagen wählen, an denen in Deutschland nicht die Sonne scheint, haha)

© Alina Schessler

#3: Objektivdeckel drauflassen

Hand aufs Herz wer hat schon mal angefangen zu fotografieren, sich gewunder warum er nur schwarz sieht? Und wurde dann darauf hingewiesen, dass man den Objektivdeckel noch drauf hat? Ich hatte diesen peinlichen Moment bestimmt schon 100 mal und hätte ihn höchstwahrscheinlich auch heute noch, wenn ich nicht irgendwann aufgehört hätte, die Deckel zu verwenden.

(Möchte euch aber natürlich nicht zur Unachtsamkeit anstiften, passt gut auf eure Objektive auf)

#4: ISO-Automatik

Wenn man vorher nur im Automatikmodus fotografiert hat ist es erstmal ganz schon tricky, ständig umzustellen. Anfangs habe ich es oft einfach vergessen. Das ist gerade bei Reportagefotografie sehr gefährlich, weil man z.B. häufig mal von einer Outdoor zur Indoor Location wechselt. Wenn man dann vergisst umzustellen, ist blitzschnell alles unter oder überbelichtet.

© Alina Schessler

#5: JPG statt Raw

Wenn du jetzt auch noch den Fehler gemacht hast nicht in RAW zu fotografieren, bist du völlig verloren. Ein Foto im Raw Format enthält viel mehr Bildinformationen als ein JPG, das bedeutet man kann in der Bearbeitung noch viel mehr aus dem Bild rausholen und eben auch viel mehr „retten“. Bei einem komplett schwarzen, unterbelichten Bild in JPG kannst du nichts mehr machen, als RAW, drehst du in Lightroom am Regler und wie durch Zauberhand erscheint hier oft das zu verloren geglaubte Motiv.

#6: Fix it in post

Die Möglichkeiten der Bildbearbeitung sind heutzutage hoch, dies ist Fluch und Segen zu gleich. Ich muss immer aufpausen, nicht zu „schluderig“ beim Fotografieren zu sein, oft passiert es mir, dass ich während des Shootings zu faul bin irgendetwas weg zu räumen und mir denke: Kann ich hinterher ja easy in Photoshop entfernen. 2 Stunden später vorm Rechner hasse ich mich dafür, weil die hässliche Tasche die in der Ecke stand plötzlich doch nicht so leicht wegzustempeln ist.

#7: Speicherkarte nicht formatiert

Auch hoch im Ranking: Shooting fertig, super gelaufen, Model/Kunde guckt sich auf der Kamera im Schnelldurchlauf die Fotos an, bisschen zu weit gescrollt, Fotos vom letzten Familienfest bei Omma auf der Kamera zu sehen. 😀 In dem Fall nicht ganz so schlimm, kann aber im Fall der Fälle ziemlich peinlich werden: Deswegen immer vorher Karten formatieren. 🙂

© Alina Schessler

#8: Bangen um den Akku

Wer mich kennt weiß, dass ich ein absoluter Chaos Mensch bin, vor wichtigen Terminen gucke ich meine Kameratasche immer 15x mal durch, ob ich nicht etwas vergessen habe. Glücklicherweise habe ich bei Jobs noch nie etwas essenzielles vergessen, aber wie oft habe ich bei privaten Projekten schon um den nicht voll geladenen Akku gebangt. Dabei immer schön das Pokerface aufgesetzt und dann doch immer Schwein gehabt, ich alter Glückspilz. Mittlerweile gilt für mich: Akkus SOFORT laden, sobald man vom Fotografieren nach Hause kommt.

Mittlerweile habe ich mir eine ganz gute Routine angewöhnt und schaffe es meist die oben genannten Fehler zu umgehen, dennoch ist man natülich nie frei von Missgeschicken. Aber denkt dran was Mama immer sagt: Aus Fehlern lernt man.

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Alina Schessler
Alina Schessler
Freiberufliche Fotografin

Alina ist freiberufliche Fotografin und bevorzugt minimales Equipment, natürliches Licht, echte Momente und zurückhaltende Nachbearbeitung. Sie liebt es, die Menschen vor der Kamera kennen zu lernen, gemeinsam schlechte Witze zu erzählen, ein Teil der Szenerie zu werden. - So erzeugt Alina ihren natürlichen, authentischen Stil. 

Website: alinaschessler.com / Instagram: @alinaschessler / Facebook: @alinaschesslerdesign

2 Comments

  • eeeeee
    31. Juli 2018 at 10:10 — Reply

    Das mit dem teuren Objektiv auf günstiger Kamera stimmt für alte Kameras mit Film, weil die Kamera damals nicht viel mehr gemacht hat als den Film vor die Linse zu halten und die “Kammer” (deshalb ja “Kamera”) abzudunkeln.
    Im Digitalzeitalter stimmt das aber nicht mehr. Bildsensor und Rechenleistung hängen von der Kamera ab, und daran sollte auf keinen Fall gespart werden, sonst hat man auch mit gutem Objektiv keine guten Bilder.

  • 31. Juli 2018 at 14:20 — Reply

    #3 und #7 …immer wieder …IMMER 😉

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