Blütenträume mit dem neuem SIGMA 70mm F2,8 DG MACRO | Art

Makrofotografie © Ines Mondon

Als ich im April die Chance bekam, das neue SIGMA 70mm  F2,8 DG MACRO | Art zu testen, war ich zunächst etwas skeptisch. 70mm ist im Makrobereich nicht meine bevorzugte Brennweite und obwohl ich wusste, dass insbesondere die überragende Schärfe dieses Objektivs eine Haupteigenschaft ist, hatte ich zunächst noch keine Vorstellung davon, wie brillant scharf dieses Makro wirklich ist. Da mich aber bislang alle von mir benutzten Objektive aus der Art-Serie überzeugen, war ich auch neugierig, das erste Makro aus der Art-Serie kennenzulernen.

Makrofotografie © Ines MondonRein optisch machte das Objektiv sofort einen wertigen Eindruck auf mich und ich war erstaunt, wie gut ich es sofort von der Haptik her fand. Der ausfahrende Tubus war für mich erst einmal etwas „neues“ und ungewohntes, aber in keinster Weise störend. Das Objektiv liegt wunderbar in der Hand und ist äußerst komfortabel zu bedienen. Es war mitten im Frühling, gerade die Zeit der blühenden Bäume und eine gute Gelegenheit, mich ein bisschen in Blütenrausch zu begeben. Die eher ungewohnte Brennweite war dabei eher hilfreich, die kürzere Distanz zum Motiv macht die Vordergrundgestaltung sogar manchmal einfacher.

Makrofotografie © Ines MondonWas mir schon direkt beim Blick auf das Display der Kamera auffiel, war die exzellente Schärfe und eine brillante Farbwiedergabe. Als ich die Bilder dann später am Rechner anschaute, wurde dieser Eindruck sogar noch verstärkt. Auch im Gegenlicht frei von chromatischen Abberationen und knackig scharfe Details.

Makrofotografie © Ines Mondon

Nun ist es für mich zwar selbstverständlich wichtig, dass ein Objektiv scharf abbildet, aber das allein reicht mir nicht. Mindestens den gleich hohen Anspruch stelle ich an das Bokeh eines Makroobjektives. Und da gab es dann für mich den richtigen Wow Effekt, das Bokeh ist einfach wunderschön, Hintergrundstrukturen und Farbverläufe im Unschärfebereich werden zauberhaft weich und malerisch dargestellt und das bei sehr unterschiedlichen Lichtsituationen. Die Strukturen haben für mich genau den richtigen Grad an Unschärfe und gehen sanft ineinander über. Natur ist natürlich ein bisschen „chaotisch“, aber um Bilder harmonisch wirken zu lassen mag ich dieses „Chaos“ gern ein bisschen malerisch und sanft dargestellt. Was mir direkt auffiel war auch die tolle Farbwiedergabe. Da ist nix flau oder kontrastarm, die Farben sind kräftig und auch in Nuancen wundervoll dargestellt.

Makrofotografie © Ines MondonNatürlich wollte ich das Objektiv auch bodennah testen und die „mitten in der Wiese“ Perspektive probieren. Da ich sonst fast ausschließlich mit dem 150er Makro arbeite, war das ein wenig ungewohnt. Der Motivabstand ist selbstverständlich anders, aber natürlich ist es auch ein Vorteil, wenn die Distanz geringer ist und man weniger störende Elemente, wie zum Beispiel Grashalme, zwischen dem Objektiv und dem zu fokussierenden Subjekt hat.

Makrofotografie © Ines Mondon

Die „Fokus by wire“ Technologie macht eine extrem präzise Fokussierung möglich, insbesondere im Makrobereich ein Feature, was dieses Objektiv auch von anderen unterscheidet. Es ist eine Freude mit diesem Objektiv zu fokussieren, sowohl im manuellen, als auch im Autofokusmodus. Dass die Fokussierung dadurch einen Tick langsamer ist, hat mich persönlich überhaupt nicht gestört, bei statischen Motiven sowieso nicht relevant.

Makrofotografie © Ines MondonDie Anzahl und äußerst hohe Qualität der einzelnen Linsengruppen verhindern tatsächlich Farbfehler und die Bilder wirken äußerst sauber. In Kombination mit meiner SDQH Kamera und dem Foveonsensor von Sigma ergibt das ein phantastisches Bildergebnis.

Makrofotografie © Ines Mondon

Da ich sehr gern Reflexe in meine Bilder integriere war ich natürlich auch gespannt wie diese Darstellung ist. Und da war ich dann wirklich begeistert. Selbst abgeblendet erhält man wunderschöne kreisrunde Reflexe und keine „Stoppschilder“, eine Eigenschaft, die für mich eine nicht unerhebliche Rolle spielt, da ich sehr gern Gegenlichtsituationen nutze und Reflexe in meinen Bildern sehr mag. Das heißt, dieses Objektiv ist hervorragend geeignet für knackscharfe und möglicherweise auch dokumentarisch verwendbare, detailtreue Bilder, aber auch malerische und kreative Fotografie ist damit hervorragend möglich.

Makrofotografie © Ines MondonMein Fazit ist, dass dieses Objektiv den Name „Art“ absolut verdient, sich nahtlos in die tolle Art-Serie einreiht und mehr als nur eine Überlegung für ein Makroobjektiv wert ist. Wer also auch gern mal aus kürzeren Distanzen fotografiert, wem hohe Bildqualität, die frei von Farbfehlern ist, wichtig ist, wer exzellente Schärfe möchte, dazu einen Abbildungsmaßstab von 1:1 und das ganze mit einem zauberhaften Bokeh, der kann dieses Objektiv kaufen und wird es garantiert nicht bereuen.

 

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Ines Mondon
Makrofotografin

Ines Mondons Schwerpunkte sind die Makrofotografie und ein Stück weit die Landschaftsfotografie.  Ihre Stilmittel sind häufig gefühlvolle und pastellige Bilder, welche die Grenze zur Malerei berühren.

Website: www.inesmondon.de

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