Viktorianische Nacht trifft auf Unisex

Projekt Modefotografie 2017 der Gutenbergschule Frankfurt – Teil 1

Auch im Jahr 2017 fand wieder ein Modefotografie-Projekt als Höhepunkt des praktischen Unterrichts im zweiten Ausbildungsjahr statt. Die Gutenbergschule teilt sich das Gebäude in der Hamburger Allee mit der Frankfurter Schule für Bekleidung und Mode – für schulübergreifende Projekte eine ideale Kombination!

Das Projekt umfasst zwei Lernsituationen aus dem Lernfeld 9 „Konzeptionen erstellen, umsetzen und präsentieren“ des Rahmenlehrplans: Zunächst wird eine Bild- und Aufnahmekonzeption erarbeitet und diese anschließend praktisch umgesetzt. Das jeweilige Thema ergibt sich aus den Abschlussarbeiten der Auszubildenden Schneiderinnen, die aufwändig entworfen und geschneidert und von ihnen selbst als Models präsentiert werden.

Für die Fotografen-Auszubildenden stellt das Modeprojekt immer wieder eine fotografische und logistische Höchstleistung dar. Von der Planung und Organisation, über das Auftragsmanagement, die Erarbeitung und Realisierung eines Beleuchtungskonzeptes, Durchführung des Fotoshootings, das Datenhandling, bis zur digitalen Nachbearbeitung der Aufnahmen einschließlich Colormanagement liegt der komplette Ablauf des Projektes im Verantwortungsbereich der Schülerinnen und Schüler. Die Auszubildenden arbeiten dabei in Teams aus drei bis vier Fotografinnen und Fotografen und üben dabei auch, wechselnde Rollen innerhalb einer Gruppe einzunehmen.

Die einzelnen Gruppenarbeiten (zum Vergrößern bitte auf das jeweilige Bild klicken): 

„Vergängliche Romantik“ von Stella & Kelly

Die Romantikepoche war vom Ende des 18. Jahrhunderts bis hin ins späte 19. Jahrhundert. Sie sollte die Grenzen des Verstandes sprengen und erweitern. Besondere Merkmale der Romantikepoche waren die Sehnsucht und das Schweifen in die Ferne. Vor allem alte Schlösser, Friedhöfe und Ruinen dienten als Schauplätze dafür. Traum und Wirklichkeit sollten miteinander vereint werden. Die Romantik von damals ist nicht diese, die wir von heute kennen. Die Romantik von damals war voller Widersprüche und Verzweiflung.

„Viktorianische Nacht trifft auf Unisex“ von Ana, Robin & Lena

Das viktorianische Zeitalter – eine Zeit des Wandels und der Neuerungen. Aus der Dunkelheit der bisherigen Ära tritt die Menschheit hinaus in eine hellere, moderne Welt. So dient der moderne Fortschrittsgedanke des anfänglichen 19. Jahrhunderts ideal als metaphorisches Bindeglied zum neumodischen Unisex-Stil, der in dieser Bildserie festgehalten wurde. Aus dem dunklen Wald heraus treten wir heraus in eine neue erleuchtete und innovative Wirklichkeit.

„Novalis – vergängliche Romantik“ von Alisa, Doreen & Ezgi

In einer Zeit, in der die Welt immer fortschrittlicher wurde, und man Rätsel und Mythen immer öfter lösen und klären konnte, entstand eine Gegenbewegung. Romantiker, die die Wirklichkeit des 18. und 19. Jahrhunderts nahezu vollkommen ablehnten. Ihnen erschien der von Gewinnstreben geprägter Alltag als grau und eintönig. Die Romantiker „flüchten“ zusammen mit Gleichgesinnten oder alleine in eine Gegenwelt, in der sie das Reich der Phantasie und des Traums feierten. In abenteuerlich wilder, schöner Natur feierten sie die mythische Welt. Gereizt vom rätselhaften und unerklärlichen, geprägt vom Symbol der blauen Blume „Novalis“, streben sie nach dem Unendlichen.

„Viktorianische Nacht“ von Alisa, Doreen & Ezgi


Wir finden die Umsetzungen der einzelnen Projekte der Schülerinnen und Schüler sehr gelungen. Alle hier gezeigten Bilder sind übrigens mit SIGMA-Objektiven entstanden. Weitere Aufnahmen der anderen Gruppen könnt ihr im August hier auf dem Blog sehen!

Alle Bilder dieses Beitrags in der Übersicht