Fototipp: Eiszeit-Fotografie

Eiszeit-Fotografie © Ines Mondon

Der Winter ist für viele Hobbyfotografen oft eine eher motivarme Zeit. Da lag möglicherweise ein neues Makroobjektiv unter dem Weihnachtsbaum, aber weder Blumen, noch Schmetterlinge sind da und eine schneebedeckte und tolle Winterlandschaft haben auch die wenigsten vor der Haustür. Aber es gibt dennoch etwas, was man im Winter fotografieren kann und wo auch das Makroobjektiv zum Einsatz kommen kann. Es ist Eis.

Nun denkt man bei Eis natürlich an riesige zugefrorene Gewässer oder an blaue Eisberge, oder an große Skulpturen aus Eis, sowie gigantische gefrorene Wasserfälle.Eiszeit-Fotografie © Ines Mondon und Mark James FordZweifellos ist das eine großartige Art Eis zu fotografieren und sehr empfehlenswert.  Aber man muss nicht unbedingt nach Island oder in andere nordische Länder gehen, um Eis zu fotografieren. Das Schöne ist ja, selbst in eher schneearmen und milden Wintern gibt es immer wieder Frostphasen und auch im Flachland bildet sich Eis. 

Eiszeit-Fotografie © Ines Mondon
Eiszeit-Fotografie © Ines Mondon und Mark James FordDas muss nicht unbedingt ein zugefrorener See sein, selbst in kleinen Pfützen kann man interessante Motive finden. Man muss nur die Augen offen halten und Motive entdecken. Große Motive in kleinen Welten. Wenn man versucht, mit den Augen Eisbildungen regelrecht zu scannen und gedanklich Bildausschnitte kreiert,  wird man manchmal selbst in der kleinsten Pfütze schon fündig.

Richtig interessant sind natürlich Eisbildungen an größeren, oder fließenden Gewässern. Was man da für Strukturen, Farben und Details entdecken kann, was für Bilder man da komponieren kann, ist faszinierend und schon ein Abenteuer,  ohne überhaupt auf den Auslöser zu drücken. Da gibt es kleine Lufteinschlüsse und andere Dinge, die mit eingefroren sind, verschiedene Schichten im Eis und vieles mehr.Eiszeit-Fotografie © Ines Mondon und Mark James FordWichtig ist, dass man sich Zeit nimmt um den richtigen Bildausschnitt zu finden. Nur ein paar Zentimeter, manchmal sogar Millimeter verschoben, ergeben sich ganz andere und neue Möglichkeiten. Nichts ist ärgerlicher, als wenn man dann zu Hause am PC entdeckt, dass man bildwirksame Details angeschnitten hat oder eine kleine Verlagerung ein viel harmonischeres Bild ergeben hätte. 

Eiszeit-Fotografie © Mark James Ford

Wenn man das alles beachtet, ergeben sich aus dem Eis manchmal kreative Möglichkeiten mit Bildern, welche die Phantasie beflügeln und die spannend sind – Bilder, welche dem Betrachter die Möglichkeit geben, darin auf Entdeckungsreise zu gehen und immer wieder Neues zu entdecken. Eiszeit-Fotografie © Ines Mondon und Mark James FordDas Licht spielt natürlich in der Fotografie immer eine Rolle und da macht die Eisfotografie keine Ausnahme. Interessant ist, welche Farben Eis haben kann, je nach Licht, nach Reflexionen vom Himmel, aber auch nach Brennweite. Eine längere Brennweite, beispielsweise ein Makroobjektiv wie das SIGMA MAKRO 150mm F2,8 EX DG OS HSM oder SIGMA MAKRO 180mm F2,8 EX DG OS HSM, führen zu einer Verdichtung, der Ausschnitt ist bei geringem Motivabstand sehr klein, die Farben kommen intensiver zur Geltung.

Eiszeit-Fotografie © Ines Mondon

Eis kann sehr viele Farbnuancen haben, kristallklar, tiefblau, rot, fast weiß, oder auch tiefschwarz. Abhängig von den Lichtverhältnissen, den Umgebungsfarben, der Himmelsreflexion, aber auch von der Perspektive. Das bedeutet aber auch, dass man Eis bei nahezu allen Lichtverhältnissen attraktiv fotografieren kann, selbst bei direkter Sonneneinstrahlung können dadurch hervorgerufene Reflexionen sehr schön sein, aber auch bei bewölktem Himmel und im Schatten kann man Eisfotografie betreiben.Eiszeit-Fotografie © Ines Mondon und Mark James FordInwiefern dann Farben und Farbverläufe mittels Bildbearbeitung noch ein wenig hervorgerufen werden, das bleibt den Vorlieben des Fotografen überlassen, aber gerade bei Eis wirkt es natürlich besonders schön wenn die Farben sehr intensiv sind. 

Eine weitere Möglichkeit bietet die Eisfotografie an fließenden Gewässern. Nicht nur, dass man da häufig sehr besonders bizarre Eisstrukturen findet, man hat auch die Möglichkeit die Ambivalenz, das Zusammenspiel oder die Harmonie aus „fließend“ und „starr“ abzubilden. Kleine Bäche frieren auch im Flachland schnell an den Rändern zu, oder es bilden sich auf Steinen und anderen Dingen im Bach Eisgebilde. 

Eiszeit-Fotografie © Ines Mondon
Eiszeit-Fotografie © Ines Mondon und Mark James FordEiszeit-Fotografie © Ines Mondon und Mark James FordEiszeit-Fotografie © Ines Mondon und Mark James FordAuch Reifkristalle finden sich in schneearmen Regionen oft auf dem Eis. Auch diese lassen sich wunderbar fotografieren. Wichtig ist bei der Eisfotografie von oben, insbesondere wenn sich noch Motive (wie Reifkristalle, Blätter usw.) auf dem Eis befinden, dass die Kamera möglichst parallel ausgerichtet ist um möglichst die gesamte Bildfläche in der Schärfeebene zu haben.
Eiszeit-Fotografie © Ines Mondon
Eiszeit-Fotografie © Ines Mondon und Mark James FordOb man dann auf die Eisstruktur, oder andere auf dem Eis liegende Dinge fokussiert, das ist individuell abhängig vom Motiv und auch davon worauf man den Blick des Betrachters lenken will. Sehr komfortabel geht das, wenn man im Live-view  den Schärfebereich farbig angezeigt bekommt wie das bei der SIGMA sd Quattro und SIGMA sd Quattro H der Fall ist.Eiszeit-Fotografie © Ines Mondon und Mark James FordAber ein Kippen der Kamera, selbst wenn es nur gering ist, bewirkt einen Schärfeverlauf über das Bild. In der Makrofotografie von Pflanzen beispielsweise kann das sehr schön wirken, bei einem Bild welches eine gerade Fläche zeigt, passt es meistens nicht. Da lohnt es sich, eine Wasserwaage zu benutzen wenn man die Kamera direkt nach unten schauen lässt. Bilder von Reifkristallen auf dem Eis lassen sich zum einen eher klassisch fotografieren und ausarbeiten, oder bieten auch Raum für eine etwas kreativere und abstraktere Fotografie und Ausarbeitung. 
Eiszeit-Fotografie Eiszeit-Fotografie © Ines Mondon

Mit welcher Technik man Eis am besten fotografiert, lässt sich nicht pauschal beantworten. Wir benutzen dazu sehr gern ein Makroobjektiv, sowohl das SIGMA MAKRO 150mm F2,8 EX DG OS HSM als auch das SIGMA MAKRO 180mm F2,8 EX DG OS HSM. Aber auch mit anderen Brennweiten lässt sich Eis sehr gut fotografieren und einige der hier gezeigten Bilder entstanden mit den SIGMA Kameras aus der DP-Serie.Eiszeit-Fotografie © Ines Mondon und Mark James FordEiszeit-Fotografie © Ines Mondon und Mark James FordJe länger die Brennweite, umso mehr kleinste Details kann man zeigen und umso überraschender ist manchmal das, was man sieht. Es lassen sich Dinge darstellen, die man aus unserem normalen Blickwinkel und Perspektive manchmal gar nicht wahrnimmt. Wir bevorzugen, wie bei fast allen unseren Naturbildern, die Kombination aus SIGMA-Objektiven und Kameras, der Foveonsensor bildet die Details ganz besonders gut ab und die Farben und Farbübergänge sind einfach wunderschön.

Eiszeit-Fotografie © Ines Mondon
Eiszeit-Fotografie © Ines Mondon und Mark James FordUm eine möglichst große Schärfentiefe zu erreichen, ist es sinnvoll möglichst weit abzublenden, anders als in der Makrofotografie freigestellter Motive, will man möglichst viele Details erfassen und je nach Motivabstand und Objektiv, ist die Schärfeebene nicht so dick. Unter Histogrammkontrolle, am Monitor der Kamera, wählt man am besten eine Belichtungszeit welche es ermöglicht viel Struktur und kleinste Details zu erfassen, aber gleichzeitig ein Ausbrennen der hellen Bereiche verhindert. Insbesondere bei direktem Licht gibt es schnell glitzernde Bereiche welche überstrahlt sein können.

Natürlich ist es sinnvoll diese Aufnahmen stets vom Stativ zu machen. Zum einen um verwacklungsfreie Bilder zu erhalten, zum anderen lässt sich so der Bildausschnitt oft besser komponieren. Wenn man fließendes Wasser “ weich“  und homogen darstellen will, dann hilft ein Graufilter die Belichtungszeit zu verlängern, die Stärke richtet sich nach dem vorhandenen Licht. Es lohnt sich dann mehrere Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungszeiten zu machen, manchmal sieht ein wenig Dynamik und Fließstruktur im Wasser, in Verbindung mit Eis, sogar besser aus, als völlig beruhigtes Wasser, das hängt vom gewünschten Bild und der Aufnahmesituation ab.Eiszeit-Fotografie © Ines Mondon und Mark James FordBei der Ausarbeitung der Bilder gibt es sehr viele Möglichkeiten, wie bereits beschrieben können vorhandene Farben intensiviert werden, aber auch mit einem etwas kälteren Weißabgleich die Kälte des Motivs unterstützt werden. Auch monochrome  Ausarbeitungen können sehr interessant sein, der Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt. Manchmal ist es auch interessant ein Bild ein paarmal zu drehen um die unterschiedliche Wirkung zu erfassen.

Eiszeit-Fotografie © Ines Mondon

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Fotografie von Eis auf jeden Fall zu den fotografischen Höhepunkten des Winters gehört und jedes Jahr aufs Neue fasziniert.

Wir hoffen, mit unseren Bildern und Gedanken ein paar Anregungen gegeben zu haben.

Alle Bilder dieses Beitrags in der Übersicht

Ines Mondon und Mark James Ford
Natur- und Landschaftsfotografen

Ines Mondon, ist Naturfotografin mit Leib und Seele und ihre Bilder transportieren ihre große Leidenschaft für Farben, Formen, Strukturen und die Ästhetik in der Natur und sind gefühlvolle und stimmungsvolle Fotografien.

Mark James Ford widmet sich der Landschafts- und Naturfotografie und der Darstellung von Details aus dem Naturbereich. Ihn faszinieren Farben, Formen und Strukturen aus der Natur und er liebt es, diese in teilweise abstrakten Bildern darzustellen.

Sowohl Ines als auch Mark sind SIGMA Referenzfotografen, die mit Ihren Aufnahmen immer wieder begeistern und inspirieren.

Website Ines Mondon inesmondon.com
Website Mark James Ford blauvista.com

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