Tierfotografie mit dem 150-600mm F5-6,3 DG OS HSM | Contemporary – Teil 2

Tierfotografie auf Helgoland mit dem SIGMA 150-600mm F5-6,3 DG OS HSM | Contemporary und Tele-Konverter TC-1401 ©Robert Sommer

Hallo zusammen,

im meinem Beitrag vergangene Woche habe ich euch über das SIGMA 150-600mm F5-6,3 DG OS HSM | Contemporary berichtet und nun möchte ich euch heute meine Erfahrungen schildern, die ich in der Kombination mit dem SIGMA Tele-Konverter TC-1401 gesammelt habe (beides zusammen erhältlich als SIGMA Tele-Konverter Kit).

Tierfotografie auf Helgoland mit dem SIGMA 150-600mm F5-6,3 DG OS HSM | Contemporary und Tele-Konverter TC-1401 ©Robert Sommer

Zunächst einmal zu den Daten: Mit dem angeschlossenen Konverter verlängert sich die Brennweite um das 1,4-Fache von 150-600mm auf 210-840mm und bei der Canon 7D mit 1,6-fachen Cropfaktor, kommt man auf beachtliche 336-1344mm Brennweite. Dem satten Brennweitengewinn steht jedoch leider eine verringerte Lichtstärke entgegen und so hat man bei maximaler Brennweite nur noch Blende 9. Das hat zur Folge, dass der Autofokus dann weder an der Canon 5DMKII, noch an der Canon 7D funktioniert und man manuell fokussieren muss. Es ist also sehr zu empfehlen, ein Stativ oder zumindest eine ruhige Auflagenfläche zu benutzen.

Meine Erfahrungen mit Objektiv und Konverter

Nun steht man also am Lummenfelsen und direkt vor der Nase fliegen ununterbrochen die Basstölpel vorbei und landen in spektakulären Manövern. Das auf den Sensor zu bannen ist schlichtweg unmöglich, da man den Vogel im Sucher verfolgen muss, zoomen und dann auch noch manuell fokussieren. Da fehlt mir mindestens eine Hand, um das alles gleichzeitig machen zu können. Für diese Szenen ist ganz klar die Variante ohne Konverter besser geeignet, wie man in meinem 1. Beitrag nachlesen kann.

Tierfotografie auf Helgoland mit dem SIGMA 150-600mm F5-6,3 DG OS HSM | Contemporary und Tele-Konverter TC-1401 ©Robert Sommer

Wenn man sich nun allerdings auf die anfliegenden Basstölpel konzentriert, die ihr Nest auf der Langen Anna haben, dann sieht die Sache schon wieder etwas anders aus. Die Felsnadel ist ein gutes Stück vom Lummenfelsen entfernt und der Abstand der dort fliegenden Vögel zur Kamera ändert sich nur verhältnismäßig wenig. Des Weiteren hat man einen fixen Punkt und muss daher nicht die Kamera ständig schwenken.

Tierfotografie auf Helgoland mit dem SIGMA 150-600mm F5-6,3 DG OS HSM | Contemporary und Tele-Konverter TC-1401 ©Robert Sommer

In dem Zusammenhang habe ich die Funktion des Zoom-Lock-Schalters am Objektiv genutzt. Dadurch kann man die Brennweite in den markierten Bereichen fixieren und merkt sofort, falls man aus Versehen beim Fokussieren den Zoomring erwischt. Somit kann man sich voll und ganz auf das Fokussieren konzentrieren und muss nur noch im richtigen Moment den Auslöser betätigen.

Tierfotografie auf Helgoland mit dem SIGMA 150-600mm F5-6,3 DG OS HSM | Contemporary und Tele-Konverter TC-1401 ©Robert Sommer

Auch wenn man an die brütenden Basstölpel sehr dicht herankommt, so kann man erst durch die extreme Brennweite richtig formatfüllende Portraitaufnahmen machen.

Tierfotografie auf Helgoland mit dem SIGMA 150-600mm F5-6,3 DG OS HSM | Contemporary und Tele-Konverter TC-1401 ©Robert Sommer

Das klingt zunächst erst einmal recht einfach, nur leider kann keiner dieser Vögel auch nur einen Moment still halten. Es passt also nur selten der Ausschnitt und außerdem bewegen sie sich dadurch ständig aus der Fokusebene heraus.

Tierfotografie auf Helgoland mit dem SIGMA 150-600mm F5-6,3 DG OS HSM | Contemporary und Tele-Konverter TC-1401 ©Robert Sommer

Die Lösung für das Problem ist, kurze Serien zu schießen, bei denen es dann zwar einiges an Ausschuss gibt, aber wenn der Fokus sitzt, dann ist die Schärfe absolut beeindruckend. Man kann wunderbar die Struktur der Federn erkennen und bei etwas genauerem Hinsehen, erkennt man sogar die Spiegelung der Umwelt im Auge.

Tierfotografie auf Helgoland mit dem SIGMA 150-600mm F5-6,3 DG OS HSM | Contemporary und Tele-Konverter TC-1401 ©Robert Sommer

Doch natürlich sind nicht nur formatfüllende Portrais möglich, sondern wenn man sich etwas weiter entfernt, kann man auch wunderbar das Miteinander der Vögel fotografieren.

Tierfotografie auf Helgoland mit dem SIGMA 150-600mm F5-6,3 DG OS HSM | Contemporary und Tele-Konverter TC-1401 ©Robert Sommer

Tierfotografie auf Helgoland mit dem SIGMA 150-600mm F5-6,3 DG OS HSM | Contemporary und Tele-Konverter TC-1401 ©Robert Sommer

Die Basstölpel sind die einzigen Vögel, die bis an den oberen Rand der Klippen brüten. An die anderen Vögel kommt man leider nicht so leicht heran, da sie viel weiter unten ihr Nest haben. Doch auch hier macht sich der Konverter nützlich, da man durch die gewonnene Brennweite ganz andere Einblicke in das Leben der Vögel gewinnt.

Tierfotografie auf Helgoland mit dem SIGMA 150-600mm F5-6,3 DG OS HSM | Contemporary und Tele-Konverter TC-1401 ©Robert Sommer

Wenn man bis über 1000mm Brennweite hat, könnte man sich eigentlich an das eine Ende des Strandes setzen und die Kegelrobben am anderen Ende fotografieren und hätte sie dennoch ziemlich groß im Bild. Wenn die Entfernung zum Motiv jedoch immer größer wird, dann wird gerade bei Sonnenschein das Hitzeflimmern zum Problem. Das hat zur Folge, dass dann kein Foto mehr richtig scharf wird. Daher heißt es auch bei großen Brennweiten: die Nähe zum Motiv ist absolut wichtig.

Tierfotografie auf Helgoland mit dem SIGMA 150-600mm F5-6,3 DG OS HSM | Contemporary und Tele-Konverter TC-1401 ©Robert Sommer

Gerade bei den Kegelrobben sollte man jedoch den vorgeschriebenen Mindestabstand von 30m einhalten, vor allem zum Schutz der Tiere, aber auch zum Schutz für sich selbst. Die behäbig wirkenden Robben können nämlich ganz schön schnell werden.

Tierfotografie auf Helgoland mit dem SIGMA 150-600mm F5-6,3 DG OS HSM | Contemporary und Tele-Konverter TC-1401 ©Robert Sommer

Mein Fazit

Während man ohne Konverter noch quasi im Vorbeigehen Fotos machen kann, muss man sich mit dem Konverter zwangsläufig mehr Zeit nehmen, da man aufgrund der Brennweite auf ein Stativ nicht verzichten kann und dazu manuell fokussieren muss. Was zunächst vielleicht etwas umständlich klingen mag, erweist sich für mich auf den zweiten Blick als äußerst hilfreich. Ich habe dadurch sehr viel länger bei einem Motiv gesessen und mich noch mehr mit der Komposition beschäftigt und dadurch auch manche Szenen vor die Linse bekommen, die ich ansonsten wohl verpasst hätte. Des Weiteren bekommt man durch die sehr lange Brennweite noch einmal ganz andere Möglichkeiten der Bildwirkung.

Der Konverter ist eine tolle Ergänzung des ohnehin schon sehr guten 150-600ers und erweitert den Nutzungsspielraum noch einmal deutlich. Eine Kombination, die begeistert.

Beste Grüße
Robert

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Robert Sommer
Robert Sommer
Landschafts- und Tierfotograf

Robert Sommer wohnt seit 2005 in Hamburg, doch sein Herz gehört seiner Heimat –Röbel und der Müritzregion.
So oft es geht ist er in der Natur unterwegs und seine Kamera ist immer dabei. Wenn er die Schönheit der Landschaft fotografieren möchte, steht er entweder vor Sonnenaufgang auf, oder ist bis nach Sonnenuntergang unterwegs. Zu dieser Zeit gibt es dann “die 5 Minuten“, in denen das Licht einfach unbeschreiblich ist. Genau diesen Moment versucht er in seinen Bildern festzuhalten.

Email: robert@sommerblende.de / Website: sommerblende.de

Weitere Beiträge von Robert auf dem SIGMA Blog:

2 Comments

  • Marco
    9. März 2017 at 7:26 — Reply

    Ist das wirklich so das bei der 7D Mark2 kein AF mit dem Konverter funktioniert?

    Will mir den auch kaufen und in viele berichten davon das AF funktioniert.

    Toller Bericht.

    Gruss
    Marco

    • SIGMA (Author)
      9. März 2017 at 12:53 — Reply

      Sofern der Tele-Konverter an Kameras verwendet wird, die AF bis Blende F8 gewährleisten, sind Aufnahmen mit Autofokus auch bis Blende 8 möglich.

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